Dienstag, 17. September 2019

Software-Upadate beendet Boeing 737 Max soll jetzt "eines der sichersten Flugzeuge" sein

Boeing 737 Max: Für den Sommerflugverkehr werden die Maschinen trotz Software-Update wohl großteils noch nicht zur Verfügung stehen, schreibt das "Wall Street Journal"
The Boeing Company
Boeing 737 Max: Für den Sommerflugverkehr werden die Maschinen trotz Software-Update wohl großteils noch nicht zur Verfügung stehen, schreibt das "Wall Street Journal"

Nach zwei Abstürzen von Flugzeugen des Typs 737 Max geriet Boeing in die Kritik. Nun entwickelte der US-Luftfahrtkonzern ein Update für die Software, die die Abstürze verursacht haben soll. Abheben dürfen die Boeing 737 Max vorerst trotzdem nicht.

Nach dem tödlichen Absturz von zwei Boeing 737 Max hat der US-Flugzeughersteller Boeing nach eigenen Angaben die Entwicklung eines Updates für die Steuerungs-Software abgeschlossen. Boeing sei zuversichtlich, dass die 737 Max mit der aktualisierten Software des Steuerungssystems MCAS "eines der sichersten Flugzeuge sein wird, das jemals geflogen ist", sagte Boeing-Chef Dennis Muilenburg am Donnerstag (Ortszeit). Ein Ende des Flugverbots für die Maschinen dieses Typs bedeutet das zunächst allerdings nicht.

Die US-Flugaufsichtsbehörde FAA muss die Änderungen noch zertifizieren, bevor dieser Flugzeugtyp wieder fliegen darf. Die Behörde hatte angekündigt, die Software einer "rigorosen Sicherheitsüberprüfung" unterziehen zu wollen.

Beim Absturz einer Boeing 737 Max von Ethiopian Airlines im März und einer Maschine gleichen Typs der indonesischen Fluglinie Lion Air im Oktober 2018 waren insgesamt 346 Menschen ums Leben gekommen. In beiden Fällen war möglicherweise die MCAS-Software verantwortlich. Der Bordcomputer soll die Nase der Boeing nach unten gedrückt haben, die Besatzung war nicht mehr in der Lage, den Fehler zu korrigieren.

Boeing teilte mit, die aktualisierte Software sei bereits im Flugsimulator und auf Testflügen erprobt worden. Bislang sei das MCAS-System mit dem Update mehr als 360 Stunden lang auf insgesamt 207 Testflügen eingesetzt worden. Boeing habe zudem verbesserte Trainingsmaterialien entwickelt, die nun von der FAA, von Flugaufsichtsbehörden anderer Länder und von Boeing-737-Max-Kunden überprüft würden.


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Die FAA, der eine zu große Nähe zu Boeing unterstellt wurde, weil sie in der Vergangenheit Teile des Prüfprozesses Boeing-Ingenieuren überlassen haben soll, schaut nun wohl genauer hin: So wolle die Behörde wissen, wie Piloten in verschiedenen Szenarien mit der Flugzeugsteuerung und den Anzeigen interagierten. Sobald diese Anforderungen erfüllt seien, werde Boeing mit der FAA einen Testflug zur Zertifizierung vereinbaren.

Ausländische Flugaufsichtsbehörden wollen selbst prüfen

Das "Wall Street Journal" hatte am Montag berichtet, es sei unwahrscheinlich, dass die Maschinen vom Typ 737 Max vor Mitte August wieder fliegen dürften. Damit stünden sie für einen großen Teil des Ferienverkehrs nicht zur Verfügung. Die Zeitung schrieb, die endgültige Zertifizierung durch die FAA hänge auch von der Reaktion ausländischer Flugaufsichtsbehörden ab, die ihre eigenen Untersuchungen vornehmen wollten.

Die FAA war in die Kritik geraten, weil sie erst drei Tage nach dem Absturz in Äthiopien ein Flugverbot für die Boeing 737 Max erlassen hatte. Boeing empfahl als Vorsichtsmaßnahme ein Startverbot für alle Flugzeuge der Baureihe weltweit.

An der New Yorker Börse sorgte die Entwicklung des Software-Updates am Donnerstag für gute Laune. Die Boeing-Aktie baute ihre Kursgewinne aus und notierte zuletzt zweieinhalb Prozent höher als am Vortag.

rei mit dpa

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