Mittwoch, 26. Juni 2019

US-Flugzeughersteller Boeing verbaute womöglich fehlerhafte Teile in 737-Jets

Vorläufig stillgelegte Maschinen vom Typ Boeing 737 max
Mike Blake/Reuters
Vorläufig stillgelegte Maschinen vom Typ Boeing 737 max

Gegenüber der US-Luftaufsichtsbehörde FAA hat Boeing eingeräumt, in einem Teil seiner Flotte möglicherweise fehlerhafte Teile verbaut zu haben. Für den Austausch hat das Unternehmen zehn Tage Zeit.

Es sind neue Negativschlagzeilen für den amerikanischen Flugzeughersteller Boeing: Er hat der US-Luftaufsichtsbehörde FAA mitgeteilt, möglicherweise fehlerhafte Teile in einem Teil seiner Flotte verbaut zu haben. Das gab die FAA am Sonntag bekannt. Dies betreffe die Flugzeuge des Typs Boeing 737 Max - deren Maschinen derzeit nach zwei folgenschweren Abstürzen unter Flugverbot stehen - sowie Jets des Typs Boeing 737 NG.

Die FAA wies an, die fraglichen Teile innerhalb von zehn Tagen auszutauschen. Zu einem Absturz könne ein Ausfall der Teile nicht führen.

Mit NG (Next Generation) sind die Serien Boeing 737-700, -800 und -900 gemeint. Insgesamt sind weltweit 179 Maschinen des Typs 737 Max und 133 des Typs 737 NG potenziell betroffen. Das Problem kann in bis zu 148 Bauteilen auftreten, heißt es in der Mitteilung der FAA.

Bei den möglicherweise fehlerhaft hergestellten Teilen handelt es sich um bewegliche, vom Piloten zu steuernde Teile an den Tragflächen, die sogenannten Leading edge slats. Sie werden etwa bei der Landung benutzt, um Geschwindigkeit zu reduzieren.

Die Boeing 737 galt bislang als eines der meistverkauften und auch zuverlässigsten Flugzeuge der Welt. Im Oktober vergangenen Jahres war ein Flugzeug der Gesellschaft Lion Air mit 157 Menschen an Bord abgestürzt. Im März dieses Jahres stürzte eine Maschine der Ethiopian Airlines mit 189 Menschen ab. Alle Insassen starben.

In beiden Fällen hat offenbar das speziell für die Boeing 737 Max entwickelte Stabilisierungssystem MCAS eine verheerende Rolle gespielt. Es drückt bei einem drohenden Strömungsabriss die Nase des Flugzeugs automatisch nach unten, auch wenn die Piloten gegensteuern.

aar/rei/dpa

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