Möglicher Ausstieg Blackrock macht offenbar Druck bei AstraZeneca-Übernahme

Großaktionär Blackrock findet offenbar Gefallen an einer möglichen Übernahme AstraZenecas durch den US-Konkurrenten Pfizer. Blackrock drängt die Briten zurück an den Verhandlungstisch. Und auch andere Investoren scheinen Druck zu machen.
Übernahme noch nicht vom Tisch: AstraZeneca könnte bereits in drei Monaten neue Verhandlungen aufnehmen

Übernahme noch nicht vom Tisch: AstraZeneca könnte bereits in drei Monaten neue Verhandlungen aufnehmen

Foto: Christopher Furlong/ Getty Images

London - Nach der geplatzten Übernahme durch den Viagra-Hersteller Pfizer  wollen Großaktionäre des britischen Pharmakonzerns AstraZeneca  ihren Vorstand möglichst schnell zurück an den Verhandlungstisch holen. Wie die "Financial Times" unter Berufung auf Insider berichtet, drängt mit dem Vermögensverwalter Blackrock auch der größte Einzelaktionär der Briten auf eine Wiederaufnahme der Gespräche zum frühesten Zeitpunkt im August.

Blackrock besitzt laut Bloomberg 8 Prozent von AstraZeneca und 6,8 Prozent von Pfizer . Auch andere Investoren sollen Druck machen, zum Beispiel der amerikanische Vermögensverwalter Gratham Mayo Van Otterloo & Co., die offenbar 1,3 Prozent der AstraZeneca-Aktien halten. Einen Kommentar dazu wollte Blackrock nicht abgeben. Blackrock ist einer der größten Geldverwalter der Welt und hat sich vor allem auf passive Investments spezialisiert, auf Exchange Traded Funds (ETF), die Indizes nachbauen. Insofern wäre das Insistieren auf der Fusion ein ungewöhnliches Vorgehen für einen ETF-Anbieter.

Am Montag endet die Frist für das jüngste und vorerst letzte Pfizer-Angebot, das AstraZeneca erneut ausgeschlagen hatte. Danach darf der US-Konzern nach britischem Recht sechs Monate lang keine neue Offerte abgeben. Allerdings könnte AstraZeneca als Ziel der Übernahme von sich aus schon nach drei Monaten die Verhandlungen neu aufnehmen.

Pfizer hatte zuletzt 69,4 Milliarden Pfund (85,2 Milliarden Euro) oder 55 Pfund je Aktie geboten. Trotz eines bereits kräftigen Aufschlags auf den vorherigen Aktienpreis forderten die Briten 59 Pfund und lehnten ab. Das soll nicht allen Investoren gepasst haben, für einige wäre das Angebot eine gute Gelegenheit zum Ausstieg gewesen.

Beide Pharmariesen stehen unter Druck, weil demnächst ihr Patentschutz für wichtige Medikamente abläuft.

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ts/dpa-afx
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