Wilde Schwankungen der Kryptowährung Bitcoin stabilisiert sich nach dem Kurseinbruch

Bitcoin: Binnen 5 Tagen hat die Cyberwährung um rund 40 Prozent nachgegeben

Bitcoin: Binnen 5 Tagen hat die Cyberwährung um rund 40 Prozent nachgegeben

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Die Digitalwährung Bitcoin hat sich nach ihrem Kursrutsch zu Beginn des neuen Jahres etwas stabilisiert. Am Dienstag kostete eine Einheit der Kryptowährung auf dem Handelsplatz Bitstamp zuletzt 13.450 Dollar. Auf Coinbase, einer anderen großen Plattform, notierte sie bei knapp 13.500 Dollar.

Bis Mitte Dezember 2017 war der Bitcoin-Kurs von 1000 Dollar zu Jahresbeginn auf einen Rekordstand von fast 20.000 Dollar gestiegen. Ein Grund war die Einführung von Terminkontrakten durch zwei die große US-Börsen und damit der Vorstoß ins klassische Finanzsystem. Danach rutschte der Kurs jedoch in Richtung 11.000 Dollar ab.

Zum Rückschlag konnten Experten nur Mutmaßungen anstellen: Sie führten Negativmeldungen wie Hackerangriffe oder die Androhung einer staatlichen Kontrolle des weitgehend unregulierten Handels ins Feld. Denkbar sei aber auch, dass einige Marktteilnehmer vor dem Jahresende schlicht Gewinne mitgenommen und den Bitcoin deshalb verkauft hätten.

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Notenbanker und Experten warnen immer wieder vor der Unberechenbarkeit des Bitcoin und sprechen eher von einem Spekulationsobjekt als einer Währung, da einer der wichtigsten Eigenschaften von klassischem Geld - die Wertstabilität - nicht gewährleistet sei.

Auch Goldman Sachs will in Bitcoin-Handel einsteigen

Gleichzeitig faszinieren Bitcoin und Co. die Anleger vor allem in Asien. Zwei große US-Börsen haben mittlerweile Terminkontrakte auf den Bitcoin aufgelegt. Damit ist die Kryptowährung in der klassischen Finanzwelt angekommen. Sogar die US-Großbank Goldman Sachs plant inzwischen, ins Geschäft mit Bitcoin einzusteigen und eine Handelsabteilung für Bitcoin und andere Kryptowährung aufzubauen.

Der Bitcoin-Hype treibt unterdessen seltsame Blüten. So kündigte am Donnerstag der US-Möbelhändler Nova LifeStyle an, künftig Bitcoin  und andere Kryptowährungen regulär als Zahlungsmittel zu akzeptieren. Der PR-Coup kam an der Börse an: Die Aktie des Unternehmens katapultierte dies um 38 Prozent in die Höhe.

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Auch die US-Banken und Börsenplätze wollen am Bitcoin-Rausch mitverdienen. "Wir werden in den kommenden Monaten Vertrauen schaffen, und bleiben Sie dran, es wird noch mehr kommen", sagte Ed Tilly, Chef der US-Terminbörse CBOE. Dabei könne es um Optionen auf Future-Kontrakte und Indexfonds (ETF) gehen. Auch könnten Produkte für andere Kryptowährungen außer Bitcoin folgen.

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Niemals zuvor hätte ein neues Produkt an der CBOE soviel Interesse auf sich gezogen. "Es war so aufregend für uns, dies auf den Markt zu bringen. Ich sagte dem Team letzte Nacht, ich sagte: Lass uns das jeden Sonntag machen! Das ist eine Menge Spaß!", so Tilly weiter.

Bislang allerdings hat die US-Börsenaufsicht SEC alle Vorschläge für ein Bitcoin-ETF abgelehnt. Befürworter glauben dennoch, dass ein erfolgreiches Debüt der Terminkontrakte den Plänen neues Leben einhauchen und die Aufsicht milder stimmen könnten.

Nach Worten des Börsenchefs hatte die CBOE unlängst Berufung gegen eine Entscheidung der SEC eingelegt, die einen CBOE-gelisteten Bitcoin-ETF blockierte, der von der Bitcoin-Börse Gemini vorgeschlagen wurde, den die Chicagoer Börse für den Schlussabrechnungspreis seiner Bitcoin-Futures-Kontrakte verwendet.

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Die umstrittene Digitalwährung pendelte unterdessen um die Marke von 12.000 US-Dollar. Noch vor einer Woche hatte sie auf einigen Handelsplätzen bereits die Marke von 20.000 US-Dollar getestet.