Montag, 22. April 2019

Kryptowährungen unter Druck Bitcoin-Absturz setzt sich fort

Bitcoin: Der Kurssturz der Cyber-Währung setzt sich fort

Der Ausverkauf der Digitalwährung Bitcoin Börsen-Chart zeigen geht weiter: Der Kurs der Cyber-Devise fiel am Dienstag um bis zu zwölf Prozent auf ein 14-Monats-Tief von 4199,36 Dollar. Damit summiert sich das Minus der vergangenen Tage auf rund 33 Prozent. Das ist der größte Kursrutsch seit 8 Monaten. Auch die Digitalwährungen Ethereum oder Ripple verbuchten am Dienstag Kursverluste im zweistelligen Prozentbereich.

"Der Kryptowährungsmarkt wird von Panikverkäufen heimgesucht", sagte Analyst Salah-Eddine Bouhmidi vom Brokerhaus DailyFX. "Die Euphorie ist verflogen. Eine Menge Leute haben das Interesse verloren," ergänzte Marktanalyst Fawad Razaqzada vom Online-Broker Forex.com

Im vergangenen Jahr hatte der Bitcoin-Kurs zeitweise 2000 Prozent zugelegt und kurz vor Weihnachten mit etwa 20.000 Dollar ein Rekordhoch markiert.

Nervös macht Anleger unter anderem die geplante Aufspaltung der Schwesterwährung Bitcoin Cash. Sie befürchten, dass dies den gesamten Markt für Cyber-Devisen destabilisiert. Bei einem sogenannten Hard Fork wird die Blockchain-Datenbank ab einem Stichtag in zwei unabhängigen Strängen weitergeführt. Meist geht dieser Schritt mit einem Software-Update einher, um beispielsweise die Transaktionsgeschwindigkeit zu erhöhen.

Den Haltern dieser ursprünglichen Devise wird dann zusätzlich dieselbe Menge der neuen Schwesterwährung gutgeschrieben. Aus Bitcoin gingen Bitcoin Cash und Bitcoin Gold hervor. Diese Hard Forks wurden jedes Mal von Kursturbulenzen begleitet.

Das Internetportal Coinmarketcap gibt den Wert aller rund 2000 Kryptoanlagen aktuell mit rund 152 Milliarden Dollar an. Das sind fast 60 Milliarden Dollar weniger als noch vor knapp einer Woche.

Bitcoin-Crash: Was wir vom Kursverfall lernen können

Zu Zeiten des Krypto-Booms vor etwa einem Jahr hatte der Marktwert aller Digitalwährungen bis zu 830 Milliarden Dollar betragen.

Fachleute nennen viele Gründe für den aktuellen Ausverkauf von Digitalanlagen. Unter dem Strich laufen viele Argumente auf eine schlechte Stimmung unter der Krypto-Anhängerschaft und interessierten Anlegern hinaus. So gibt es etwa Streit über die Aufteilung ("Hard Fork") des "kleinen Bruders" von Bitcoin, Bitcoin Cash.

Hinzu kommen Entscheidungen der US-Börsenaufsicht SEC, die am vergangenen Freitag zwei Unternehmen wegen sogenannter digitaler Börsengänge (ICOs) zu Strafen verurteilt hat. Außerdem warten Anleger seit langem vergeblich auf die Zulassung eines börsengehandelten Indexfonds (ETF) auf Bitcoin.

la/mg/dpa, rtt

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