Montag, 23. September 2019

Umstellung auf Germanwings Lufthansa wagt billig

Germanwings-Maschine am Flughafen Leipzig-Halle: Zwischen 20 und 30 Prozent günstiger als die Lufthansa

Die Lufthansa legt den Schalter um: Die Billigtochter Germanwings bekommt ein neues Preissystem. Es ist das Kernstück der neuen Kranich-Strategie. Damit will der Konzern das Fluggeschäft noch in diesem Jahr in die Gewinnzone hieven.

Die Lufthansa-Billigtochter Germanwings hat am Montag ein neues, dreistufiges Preissystem eingeführt. Es ist das Kernstück einer Neuausrichtung des Lufthansa-Konzerns in Europa. Dabei werden künftig alle Deutschland- und Europaflüge abseits der Drehkreuze Frankfurt und München nicht mehr von der Mutter Lufthansa, sondern von Germanwings angeboten.

"Das ist ein großer Strategieschwenk, den wir hier vollziehen", sagte Lufthansa-Vorstandsmitglied Carsten Spohr vor einem Premierenflug der "neuen Germanwings" auf dem Berliner Flughafen Tegel. Von Berlin aus wird Germanwings ab dem Winterflugplan 38 Ziele ansteuern.

"Germanwings ist je nach Kostenposition zwischen 20 und 30 Prozent günstiger, als wir es mit der Marke Lufthansa sein können", sagte Spohr, der bei dem Konzern für das Passagiergeschäft zuständig ist. Germanwings müsse nicht nur günstiger sein können als die Lufthansa Börsen-Chart zeigen, sondern auch mit anderen Anbietern auf dem Billigflugmarkt mithalten können. Wenn dies nicht mehr möglich wäre, müsse man darüber nachdenken, sich von einzelnen Strecken oder Standorten zurückzuziehen, erklärte Spohr.

Die Lufthansa rechnet im Fluggeschäft bereits in diesem Jahr mit einer Rückkehr in die Gewinnzone. Nachdem das Geschäftsfeld Passage im vergangenen Jahr rote Zahlen geschrieben hatte, geht Spohr davon aus, dass 2013 die Wende geschafft wird. Für die kommenden beiden Jahre seien dann deutliche Ergebnissteigerungen geplant, sagte Spohr der "Stuttgarter Zeitung".

mahi/dpa/rtr

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