Samstag, 19. Oktober 2019

BHP will CO2-Emissionen reduzieren Weltgrößter Minenkonzern will Chefgehalt an Klimaziele koppeln

Eisenerz-Abbau von BHP in Australien: Geht mehr CO2 in die Luft, gibt es weniger Kohle für den Chef
REUTERS / BHP Billiton
Eisenerz-Abbau von BHP in Australien: Geht mehr CO2 in die Luft, gibt es weniger Kohle für den Chef

Es ist in jedem Fall eine gute Image-Strategie, und vielleicht hilft sie sogar, um den CO2 Ausstoß mittelfristig zu senken: Der größte Minenkonzern der Welt, BHP, will das Gehalt seines Chefs ab Sommer 2020 stärker an das Erreichen von Klimazielen koppeln, wie die Financial Times berichtet. Sprich: Sollte es dem global tätigen Förderer von Eisenerz, Kupfer, Kohle und Öl gelingen, seine CO2 Emissionen wie geplant weiter zu senken und unter dem Niveau des Jahres 2017 zu halten, würde BHP-CEO Andrew Mackenzie auch finanziell davon profitieren. Verpasst er im Umkehrschluss die Klimaziele, würde sich das auch negativ auf seinem Konto bemerkbar machen.

Mackenzie hat im vergangenen Geschäftsjahr 3,5 Millionen Dollar verdient - ungefähr 25 Prozent weniger als im Jahr davor. Er könnte sein Gehalt also wieder aufbessern, wenn die CO2 Emission von BHP im kommenden Geschäftsjahr sinkt. "Die Anteilseigner von BHP erwarten, dass die Entlohnung der Geschäftsführung stärker von Klimazielen abhängig wird als bisher", heißt es in einer Stellungnahme des Konzerns.

Erz- und Kohle-Förderer arbeitet emsig am grünen Image

Im abgelaufenen Geschäftsjahr (Juli 2018 bis Juli 2019) hat BHP laut Geschäftsbericht 14,7 Millionen Tonnen CO2 emittiert - 1,8 Millionen Tonnen weniger als im Vorjahr. Der Rückgang gehe auf den verstärkten Einsatz erneuerbarer Energien in Chile zurück, hieß es. BHP hatte sich selbst dazu verpflichtet, seine Treibhaus-Gas-Emissionen bis zum Jahr 2022 jeweils pro Jahr unter dem Niveau des Jahres 2017 zu halten. Ab 2050 strebt der Konzern offiziell sogar Klimaneutralität an.

Bislang hängen lediglich 4 Prozent des jährlichen Chef-Bonus vom Erreichen der selbst gesteckten Klimaziele ab, heißt es im Jahresbericht von BHP. Dieser Anteil solle vergrößert werden. Wenn Andrew Mackenzie im kommenden Jahr also die Marke von 4 Millionen Dollar Jahressalär wieder knacken will, muss er nicht nur Umsatz und Gewinn des Bergbau-Riesen verbessern, sondern auch die dabei produzierte CO2 Menge im Blick behalten.

la/mmo

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