Mittwoch, 13. November 2019

Absturz eines Ex-Börsenstars Warum die Beyond-Meat-Aktie immer weiter abstürzt

Beyond Meat-Chef Ethan Brown: Investoren der ersten Stunde machen Kasse, die Aktie von Beyond Meat ist nach ihrem Höhenflug wieder abgestürzt

Gewinnschwelle erreicht, doch die Aktie stürzt weiter ab: Der amerikanische Fleischersatzhersteller Beyond Meat hat zum ersten Mal in seiner Unternehmensgeschichte einen Gewinn eingefahren und seine Umsatzprognose für das Gesamtjahr angehoben. Dennoch beschleunigte die einst hoch gehandelte Aktie ihren Kursrutsch und brach am Dienstag erneut um mehr als 10 Prozent ein.

Die vegane Burgerfirma meldete einen Quartalsüberschuss von 4,1 Millionen Dollar oder 6 Cents pro Aktie, verglichen mit einem Verlust von 9,3 Millionen Dollar oder 1,45 Dollar pro Aktie ein Jahr zuvor. Analysten nur einen halb so hohen Gewinn je Aktie - nämlich 3 Cent - erwartet. Der Nettoumsatz stieg im dritten Quartal um 250 Prozent auf 91,96 Millionen Dollar und überstieg damit ebenfalls die Erwartungen der Wall Street. Das Unternehmen hob seine Umsatzprognose für das Gesamtjahr an.

Aktie stürzt auf Fünfmonatstief - Haltefrist der Investoren läuft aus

Dennoch setzte die Aktie ihren Kursrutsch fort und gab bis zum Mittag um rund 15 Prozent nach. Sie dürften damit auf dem niedrigsten Stand seit fünf Monaten in den US-Handel gehen. Offenbar machen zahlreiche Investoren der ersten Stunde Kasse: "Etwa drei Viertel der Beyond-Meat-Aktien fallen am heutigen Dienstag aus der Haltefrist", sagte JPMorgan-Analyst Ken Goldman. Die Aktien waren im Mai für 25 Dollar auf den Markt gebracht waren. Bis Juli hatte sich der Kurs bis auf rund 200 US-Dollar verachtfacht, seither aber wieder deutlich nachgegeben. Derzeit notiert die Beyond-Meat-Aktie wieder unter der Marke von 100 Dollar.

Für zusätzliche Ernüchterung sorgte die Ankündigung des Unternehmens, angesichts der zunehmenden Konkurrenz auf dem Markt für vegetarische Burger mehr in Werbung zu investieren und Rabattaktionen zu starten. Mehrere Brokerhäuser kappten ihre Preisziele für das Unternehmen.


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Konkurrenten steigen ein: Nestlé, Kellog und Tyson arbeiten an Fleischersatz

Die starken Ergebnisse seien aber wohl nicht gut genug, wenn man sich die "luftigen Erwartungen" ansehe, sagte Jefferies-Analyst Kevin Grundy. Credit Suisse erklärte, das Wachstum werde zudem davon gebremst, dass der Schweizer Lebensmittelkonzern Nestlé Börsen-Chart zeigen auch in den Markt für Pflanzen-Fleisch einsteige. Auch Kellogg hatte im September angekündigt, seine Fleischersatzmarke Incogmeato auf den Markt zu bringen und folgte damit Rivalen wie Conagra Brands, Tyson Foods und Hormel Foods.

Hype um vegane Burger erreicht auch McDonald's

Der Hype um vegane Burger hatte zuletzt auch die weltweit größte Burger-Kette angesteckt: McDonald's teilte vor einigen Wochen mit, dass es ein "Pflanzen-, Salat- und Tomaten-Sandwich" in Kanada mit Beyond Meat Patties testen würde. McDonald's schließt damit zu den Wettbewerbern wie Tim Hortons, KFCund Dunkin' Donuts auf, die den Beyond-Burger bereits im Angebot haben.

rei/dpa/Reuters

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