Dienstag, 12. November 2019

Fake-Fleisch-Hersteller gewinnt neuen Großkunden Beyond Meat erobert Kentucky Fried Chicken

Beyond Meat-Chef Ethan Brown: Mittlerweile nehmen auch die großen US-Fast-Food-Ketten seine Produkte mit ins Programm

Die für ihre veganen Burger gefeierte Fleischersatzfirma Beyond Meat hat mit Kentucky Fried Chicken (KFC) eine große US-Fast-Food-Kette als Kunden gewonnen. Die Unternehmen verkündeten am Montag (Ortszeit), gemeinsam ein pflanzliches Hühnerfleisch-Imitat unter dem Label "Beyond Fried Chicken" auf den Markt zu bringen.

Konkret geht es um knochenlose Chicken Wings und Nuggets - ganz ohne tierische Zutaten. Zunächst sollen sie in einer KFC-Filiale in Atlanta getestet werden. Wenn die veganen Optionen gut bei den Kunden ankommen, könnte die Kette sie in ganz Amerika anbieten.

An der Börse sorgte Beyond Meats Partnerschaft mit dem Fast-Food-Riesen bereits für gute Stimmung. Die Aktie von Beyond Meat ging am Montag mit einem Kursplus von 5,6 Prozent aus dem Handel.

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Das 2009 gegründete US-Unternehmen verzeichnet rasantes Wachstum und ist seit einem furiosen Börsengang Anfang Mai auch bei Anlegern begehrt. Die Aktie handelt weit über ihrem Ausgabepreis, auch wenn die Euphorie in den letzten Wochen deutlich nachließ. Beyond Meat und der Rivale Impossible Foods liegen mit ihren Fleischalternativen im Trend, sie versorgen bereits zahlreiche Schnellrestaurant-Ketten in den USA mit ihren Produkten.

Tatsächlich aber verdient Beyond Meat mit seinem Geschäftsmodell bislang noch kein Geld. Im zweiten Quartal nahm der Verlust verglichen mit dem Vorjahreswert um über ein Viertel auf 9,4 Millionen Dollar zu. Doch verglichen mit anderen US-Start-ups ist das ein Klacks, und das um Sondereffekte bereinigte Betriebsergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen schaffte es bereits in die schwarzen Zahlen. Diese Kennzahl wird von Finanzprofis meist ohnehin stärker beachtet - und hier gab es dank deutlich erhöhter Gewinnspannen ein Plus von 6,9 Millionen Dollar.

rei/dpa

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