Montag, 22. April 2019

Medienkonzern mit höchstem Umsatz seit 2007 Milliardengewinn - Michelle Obama hilft Bertelsmann

Michelle Obama: "Becoming" verkaufte sich bislang 10 Millionen Mal

Gestützt durch einen ungewöhnlichen Verkaufserfolg auf dem Buchmarkt hat der Medien- und Dienstleistungskonzern Bertelsmann 2018 den höchsten Umsatz seit 2007 verbucht. Das Unternehmen aus Gütersloh verzeichnete im vergangenen Jahr eine Steigerung um 2,8 Prozent auf 17,7 Milliarden Euro, wie Vorstandschef Thomas Rabe am Dienstag in Berlin mitteilte.

Der Konzerngewinn überschritt zwar erneut die Milliardenschwelle, lag aber wegen Sondereinflüssen mit 1,1 Milliarden Euro leicht unter dem Wert von 2017. So musste Bertelsmann viel Geld in die Hand nehmen für den Zusammenschluss seiner Callcenter-Sparte mit der marokkanischen Saham Group.

Auch die Gattin von Ex-Präsident Barack Obama trug zur Umsatzsteigerung im Hause Bertelsmann bei. Michelle Obamas 2018 veröffentliche Autobiografie "Becoming" verkaufte sich bislang fast 10 Millionen Mal. Der weltweite Erfolg der Buchtochter Penguin Random House ist allerdings nur ein kleiner Teil des Gesamtbildes bei Bertelsmann. Haupttreiber für Umsatz und Gewinn bei Bertelsmann bleibt die börsennotierte RTL Group. Die werbefinanzierte, europäische Senderfamilie steigerte den Umsatz 2018 um 2,1 Prozent auf 6,5 Milliarden Euro.

Medientitel unter Druck: Axel Springer fällt auf Zweijahrestief

Die deutschen Medientitel ProSiebenSat.1 Börsen-Chart zeigen und Axel Springer AG Börsen-Chart zeigen sind zum Wochenbeginn auf mehrjährige Tiefstände gefallen. ProSiebenSat.1 büßten am Montag am MDax -Ende 4,5 Prozent ein und fielen auf den niedrigsten Stand seit Ende 2011. Papiere von Axel Springer verloren 2 Prozent und rutschten auf den tiefsten Stand seit Ende 2016. RTL Group verloren 1,8 Prozent.

Ein Börsianer begründete die Kursschwäche zum Einen mit den sich immer mehr eintrübenden konjunkturellen Aussichten: "Der Mediensektor bekommt die schlechteren Wachstumsaussichten als einer der ersten Sektoren zu spüren". Erschwerend hinzu komme der Wettbewerb durch große US-Konzerne wie Google , Netflix und Apple . Die "alteingesessenen" Medienkonzerne müssten daher die Investitionen ankurbeln, was auf die Margen drücke.

la/dpa

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