Montag, 6. April 2020

Bertelsmann erhöht Anteil an RTL Bertelsmann-Chef bringt Fusion zwischen RTL und ProSiebenSat.1 ins Spiel

Thomas Rabe: Der Bertelsmann-Chef bringt eine Fusion von RTL und ProSiebenSat1 ins Gespräch

Der Medienkonzern Bertelsmann erhöht seine Aktienanteile an der RTL Group. "Wir haben vor einigen Monaten entschieden, die Anteile aufzustocken, seither kaufen wir Aktien, nicht mit großen Stückzahlen, sondern im kleinen Stil", sagte der Vorstandsvorsitzende Thomas Rabe in einem Interview der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung". Er betonte zugleich: "Wir haben keine Pläne, die RTL Group komplett zu übernehmen und von der Börse zu nehmen."

Derzeit hält Bertelsmann als Mehrheitsgesellschafter gut 75 Prozent der Aktien der RTL Group, die mehr als 60 TV-Sender im Portfolio hat. In Deutschland sind das unter anderem RTL, RTLzwei, SuperRTL, ntv und Vox. Rabe, der seit April 2019 auch die Führung der in Luxemburg ansässigen RTL Group innehat, sagte: "Die RTL Group ist und bleibt ein eigenständiges Unternehmen."

Kampf gegen FB und Co: Rabe hat Interesse an Fusion von RTL und ProSiebenSat.1

In dem Interview äußerte sich der Bertelsmann-Chef auch zur Konkurrenz großer US-Firmen wie Facebook und forderte eine Deregulierung des hiesigen TV-Geschäfts. "Es ist außerordentlich wichtig, dass sinnvolle Kooperationen, auch größere Zusammenschlüsse zugelassen werden, um nationale Champions, etwa im Fernsehbereich zu schaffen; wie gegebenenfalls mit RTL und ProSiebenSat.1 ."

Privatsender in Not: Wie Max Conze ProSiebenSat.1 an den Rand des Abgrunds führte

Rabe fügte hinzu: "Andernfalls haben nationale Unternehmen in einigen Jahren je nach Marktentwicklung schlichtweg keine Chance gegen die Giganten aus dem Silicon Valley.

Die Aufstockung von Bertelsmann verschaffte der Aktie von RTL Börsen-Chart zeigen ein Plus von 3,5 Prozent. Auch die Aktien von ProSieben rückten vorbörslich um mehr als eineinhalb Prozent vor. Ein von Rabe ins Spiel gebrachter Zusammenschluss von RTL und ProSiebenSat.1 sei eine "hübsche Idee", kommentierte dies ein Händler am Morgen. Sie könnte das Kaufinteresse an Medienaktien wieder beleben.

la/dpa

© manager magazin 2020
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung