Dienstag, 18. Juni 2019

Neuer Hauptstadtflughafen BER-Chef kann Eröffnung im Oktober 2020 nicht mehr garantieren

Es wird gebaut und repariert und gebaut und ... : Der TÜV Rheinland hat 9407 "wesentliche" Mängel beim neuen Hauptstadtflughafen BER festgestellt
imago images/ ZUMA Press
Es wird gebaut und repariert und gebaut und ... : Der TÜV Rheinland hat 9407 "wesentliche" Mängel beim neuen Hauptstadtflughafen BER festgestellt

Sieben Jahre lang wurde der BER saniert, im kommenden Jahr soll er endlich öffnen. Doch auch dieser Termin ist womöglich nicht mehr zu halten, berichtet der "Spiegel".

Wegen anhaltender technischer Probleme wackelt der bisher vereinbarte Eröffnungstermin des Berliner Flughafens BER im Herbst kommenden Jahres. "Die ursprüngliche Sicherheit des Eröffnungstermins im Oktober 2020 kann heute nicht mehr uneingeschränkt garantiert werden", erklärte Airport-Chef Engelbert Lütke Daldrup Anfang April gegenüber Vertretern der Landesregierungen von Berlin und Brandenburg sowie der Bundesregierung. Das geht nach Spiegel-Informationen aus Unterlagen der Gesellschafterversammlung der Flughafengesellschaft Berlin-Brandenburg hervor.

Ein Bericht des TÜV Rheinland hatte Anfang März insgesamt 11.581 Mängel aufgelistet, 9407 davon bezeichneten die Prüfer als "wesentliche Mängel". Der TÜV kam zu dem Schluss, dass der anvisierte Terminplan vor allem in den sensiblen Bereichen Sicherheitstechnik und Brandschutz stark gefährdet sei. Das Risiko einer verlängerten Prüfdauer sei "weiterhin als hoch zu bewerten".

Offiziell hält die Flughafengesellschaft an ihrem Terminplan fest. "Der Eröffnungstermin steht", sagt ein Sprecher. Es seien aber nun alle Beteiligten gefordert, ihre Aufgaben termingerecht und vertragsgemäß zu erfüllen.

Nach Recherchen des Nachrichtenmagazins bereitet auch der BER-Erweiterungsbau Terminal 2 Probleme. Auch dessen Fertigstellung - ursprünglich für Mai 2020 geplant - könnte sich auf Anfang 2021 verschieben. Ein Gutachten des Wirtschaftsprüfungsunternehmens PWC, in Auftrag gegeben von der Flughafengesellschaft, hatte eine Reihe von Missständen bei der Planung und Auftragsvergabe aufgelistet. In einer Stellungnahme für den Aufsichtsrat räumte das Flughafenmanagement inzwischen "verschiedene Unzulänglichkeiten über alle Projektphasen hinweg" ein.

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