Die Top-Arbeitgeber der Absolventen Glück auf vier Rädern - die beliebtesten Arbeitgeber

Ihr Traum-Unternehmen arbeitet umweltschonend und ist sozial engagiert - trotzdem wollen angehende BWLer und Ingenieure am liebsten bei BMW, Porsche und Co. einsteigen. Eine Studie zeigt, was die "Generation Y" vom Berufsleben erwartet, worum sie sich Sorgen macht - und wer ihre beliebtesten Arbeitgeber sind.
Beliebter Arbeitgeber bei Ökonomen und Ingenieuren: Daimler ist im Absolventenbarometer des trendence-Instituts der Aufsteiger des Jahres. Doch Gesamtsieger des Rankings ist Konkurrent BMW

Beliebter Arbeitgeber bei Ökonomen und Ingenieuren: Daimler ist im Absolventenbarometer des trendence-Instituts der Aufsteiger des Jahres. Doch Gesamtsieger des Rankings ist Konkurrent BMW

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Top-Arbeitgeber: Die beliebtesten Arbeitgeber der Ökonomen

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Angriff von Tesla, Klimawandel, Carsharing - all das mag Daimler-Chef Dieter Zetsche und seine Kollegen im automobilen Top-Management verunsichern. Die Berufseinsteiger von morgen bleiben davon unbeeindruckt: Erneut wählten sie auch in diesem Jahr die deutschen Auto-Konzerne auf die vorderen Plätze ihrer beliebtesten Arbeitgeber. Das zeigt das Absolventenbarometer 2015, das vom Berliner Beratungsinstitut trendence erhoben wird.

Die angehenden Wirtschaftswissenschaftler wählten wie im Vorjahr BMW  zum Gesamtsieger, gefolgt von Audi , Porsche  , Volkswagen  und Daimler  .

Absolventen der Ingenieurswissenschaften haben die gleichen Favoriten, wenn auch in anderer Reihenfolge: Sie sehen den Autohersteller Audi auf Platz 1, dahinter BMW, Porsche , Daimler und Volkswagen.

Bei aller Kontinuität gibt es innerhalb der automobilen Oberklasse leichte Verschiebungen: "Aufsteiger des Jahres ist Daimler, wohingegen Volkswagen als einziger Autobauer sowohl bei den Ingenieuren als auch den Wirtschaftswissenschaftlern verliert", sagt trendence-Geschäftsführer Holger Koch.

Auch die Finanzbranche büßt an Attraktivität ein - im Ranking der Wirtschaftswissenschaftler ist erstmals keine Bank mehr in den Top 20 vertreten. Das komplette Ranking wird exklusiv im "manager magazin" (Erscheinungstag: 24. April) veröffentlicht.

Erstmals keine Bank unter den Top 20

Um die beliebtesten Arbeitgeber zu ermitteln, befragte trendence zwischen September 2014 und Februar 2015 knapp 30.000 examensnahe Studierende deutscher Hochschulen. Die angehenden Wirtschafts- und Ingenieurwissenschaftler konnten aus einer Liste von 120 Unternehmen "ihre" attraktivsten Arbeitgeber auswählen und eigene Vorschläge ergänzen. Aus der Vorauswahl kürten die Studierenden jeweils ihre Top drei.

Für die Unternehmen wird ihre Platzierung im Ranking immer wichtiger, denn nur wer als attraktiver Arbeitgeber wahrgenommen wird, hat gute Voraussetzungen, im schärfer werdenden Kampf um Talente vorne mitzuspielen.

Die umworbene "Generation Y" blickt skeptisch in die Zukunft

Die Talente selbst, die vielumworbene und wählerische "Generation Y" präsentiert sich in der Umfrage mit gemischten Gefühlen. "Trotz demografischem Wandel und zunehmendem Fachkräftemangel ist die wahrgenommene Krise für viele nicht vorbei", sagt trendence-Mann Holger Koch.

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Top-Arbeitgeber: Die beliebtesten Arbeitgeber der Ingenieure

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Knapp 43 Prozent der Wirtschaftswissenschaftler gaben an, sich Sorgen um ihre berufliche Zukunft zu machen - fast drei Prozent mehr als noch 2014. Und beinahe jeder Dritte geht davon aus, es werde schwierig, eine Arbeitsstelle zu bekommen - auch das ein deutlich höherer Wert als im Vorjahr.

Die Skepsis mag an der schwelenden Euro-Krise liegen. Mit Sicherheit aber hat sie auch etwas mit den gehobenen Erwartungen der "Generation Y" zu tun. Irgendeinen Arbeitsplatz zu finden, darin dürften die meisten Ypsiloner wohl kein Problem sehen. Nur: Das reicht schon lange nicht mehr.

Ein schlechtes Image der Firma in Kauf nehmen - wenn das Gehalt stimmt

Ein Job ist für die aktuellen Berufseinsteiger gerade das nicht mehr: ein Job. Viel eher eine Berufung, ein wichtiges Stück Selbstverwirklichung, mindestens aber ein Statement.

Entsprechend wollen rund 46 Prozent der angehenden Betriebs- und Volkswirte bei einem Unternehmen arbeiten, das umweltfreundlich und ressourcenschonend handelt. Mehr als 55 Prozent fordern, ihr künftiger Arbeitgeber solle sich sozial engagieren. Allerdings würden auch fast 34 Prozent der Befragten bei einem Unternehmen mit schlechtem Image arbeiten - "wenn das Gehalt stimmt".

Nach wie vor aber sind die Karrieristen gegenüber den Sinnsuchern innerhalb der "Generation Y" in der Minderheit - zumindest wenn es nach den Umfragen geht. Denn fast 70 Prozent der Wirtschaftswissenschaftler wären bereit, Abstriche beim Gehalt zu machen, "wenn ein Arbeitgeber gut zu mir passt". Und fast sechzig Prozent ist die Möglichkeit, die Arbeitszeit eigenverantwortlich zu gestalten, wichtiger als "hochklassige Miet- oder Dienstwagen, Firmenkreditkarte, Diensthandy, Vielfliegerstatus oder Clubmitgliedschaften".

Eine reflektierte Einsteiger-Generation klopft da bei den Unternehmen an, die weiß, was sie will und wie ein moderner Arbeitsplatz in einem sozial ordentlich beleumundeten Unternehmen auszusehen hat. Wobei "anklopfen" die Sache nicht so recht trifft, wenn Bewerber zunehmend zu Umworbenen werden.

Den aktuellen Einsteigern ist ihr Marktwert bewusst. Das schlägt sich in den Gehalts- und Arbeitszeitvorstellungen nieder. Seit 2009 ist die "erwartete Wochenarbeitszeit" bei den Wirtschaftswissenschaftlern kontinuierlich gesunken - allein zwischen 2014 und diesem Jahr um eine auf 43,5 Stunden. Zugleich sind die Lohnforderungen selbstbewusster geworden: Aktuell fast 44.000 Euro Jahresgehalt verlangen die Betriebs- und Volkswirte. Die Ingenieure rechnen gar mit 47.400 Euro, wollen dafür aber weniger arbeiten: gerade mal 41,8 Wochenstunden.

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Top-Arbeitgeber: Die beliebtesten Arbeitgeber der Ökonomen

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Mit jedem Jahr stärker wird jetzt aus dem beliebten Personalerwitz für die Unternehmen harte Realität: "Der Kampf um die Talente ist vorbei. Die Talente haben gewonnen."

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