Bayer bietet 62 Milliarden Dollar für US-Agrarriesen Bayer will Monsanto-Übernahme ohne Verkäufe von Unternehmensteilen stemmen

Objekt der Begierde: Bayer bietet 62 Milliarden Dollar für Monsanto

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Bayer will Monsanto übernehmen: Die fünf zentralen Fragen zum Flirt der Chemie-Riesen

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Der Bayer-Konzern will den US-Agrarchemie-Riesen Monsanto für 62 Milliarden US-Dollar übernehmen und damit ein "weltweit führendes Unternehmen der Agrarwirtschaft werden". Das Dax-Unternehmen legte am Montag ein offizielles Angebot vor. Demnach bieten die Leverkusener je Monsanto-Aktie 122 US-Dollar in bar. Das entspreche einem Aufschlag von 37 Prozent auf den Schlusskurs der Monsanto-Aktie vor zwei Wochen, so Bayer.

"Strategisch ist die Übernahme von Monsanto sinnvoll, jedoch nicht zu jedem Preis", sagte Fondsmanager Markus Manns von Union Investment, dem zwölftgrößten Bayer-Aktionär. Der Kaufpreis rechne sich gerade so. "Sollte er jedoch weiter steigen, wovon auszugehen ist, wird die Übernahme immer unattraktiver."

Aktionäre reagierten mit weiteren Verkäufen: Die Aktie von Bayer  setzte am Montag ihren Kursrutsch fort und gab um weitere 3 Prozent auf 87 Euro nach. Seit dem Hoch am 21. April vor gut einem Monat hat der Titel rund 22 Prozent seines Wertes eingebüßt.

Bayer-Chef: Übernahme ohne Verkauf von Unternehmensteilen geplant

Bayer  will die größte Übernahme in der Firmengeschichte ohne den Verkauf von Unternehmensteilen stemmen. Die Übernahme sei komplett finanziert, ein schnellerer Ausstieg bei der Kunststofftochter Covestro nicht nötig, sagte Bayer-Chef Werner Baumann am Montag bei einer Telefonkonferenz. Die Verschuldung dürfte vorübergehend ansteigen. Zudem sei eine Kapitalerhöhung geplant.

Die Akquisition solle durch eine Kombination aus Fremd- und Eigenkapital finanziert werden. Der Eigenkapitalanteil soll voraussichtlich rund 25 Prozent des der Transaktion zugrundeliegenden Unternehmenswerts abdecken, vornehmlich durch eine Bezugsrechtskapitalerhöhung

Ob Bayer gegebenenfalls auch eine feindliche Übernahme, gegen den Willen von Vorstand und Verwaltungsrat von Monsanto, erwägen würde, ließ der Bayer-Chef offen. Die Amerikaner haben sich zu den Details der Offerte bislang nicht geäußert und in der vergangenen Woche lediglich von einem unverbindlichen, unerbetenen Angebot gesprochen, das vom Verwaltungsrat geprüft werde.

Mit dem am Morgen offiziell vorgestellten Übernahmeangebot würde Bayer zum weltweit größten Agrochemie-Hersteller aufsteigen. Der Konzernumsatz würde so auf rund 60 Milliarden Euro (bisher: 46,3 Milliarden Euro) schnellen und die Zahl der Mitarbeiter auf fast 140.000 (bisher: knapp 117 000 ) klettern.

Bayer zeigte sich von der industriellen Logik der Übernahme überzeugt. Die Offerte sei "sehr attraktiv", warb Baumann. Man erwarte gespannt auf die Antwort der Monsanto-Führung. Der US-Konzern hatte in der vergangenen Woche von einer unaufgeforderten Offerte gesprochen. Der Hauptsitz des Agrochemiegeschäfts soll in Monheim bleiben und das Saatgutgeschäft in St. Louis angesiedelt werden.

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Der Deal biete "eine überzeugende Gelegenheit für Bayer, ein weltweit führendes Unternehmen für Saatgut, Pflanzeneigenschaften und Pflanzenschutz zu schaffen", erklärte das Unternehmen in einer Pflichtmitteilung an die Finanzwelt. Bereits nach drei Jahren könne das Ergebnis des zusammengelegten Bayer-Monsanto-Konzerns durch Einspareffekte und eine bessere Verzahnung jährlich um rund 1,5 Milliarden Dollar verbessert werden.

Bedenken, dass durch eine Übernahme von Monsanto dass Pharmageschäft von Bayer zu kurz kommen könnte, versuchte Baumann zu zerstreuen. Die Leverkusener würden dieses weiter ausbauen, sich dabei aber auf ergänzende Zukäufe oder Allianzen konzentrieren. Die Übernahme stehe im Einklang mit der Strategie von Bayer, als Life-Science-Konzern die Gesundheit von Menschen, Tieren und Pflanzen zu verbessern.

nis/la/rei/dpa/rtr