Donnerstag, 22. August 2019

Nach Kurssturz und Monsanto-Übernahme Investor Elliott drängt Bayer mit Einstieg zur Aufspaltung

Bayer: Noch ist Bayer für Paul Elliott Singer und seinen Hedgefonds ein paar Nummern zu groß. Doch mit dem Kurssturz steigt die Gefahr einer Zerschlagung.

Der US-Hedgefonds Elliott drängt den Pharma- und Agrarchemiekonzern Bayer Börsen-Chart zeigen mit seinem Einstieg offenbar zur Aufspaltung. Wie die Nachrichtenagentur Bloomberg am Freitag unter Berufung auf mit der Sache vertraute Personen berichtete, drängt der aktivistische Investor das Management und den Aufsichtsrat des Dax-Konzerns dazu, eine Trennung auszuloten.

Bisher habe es aber keine Treffen zwischen dem Hedgefonds des US-Investors Paul Singer und dem Bayer-Management gegeben, schreibt die Agentur. Elliott halte seit mehr als einem Jahr Bayer-Aktien, hieß es weiter. Über den Umfang des Elliott-Investments bei Bayer ist nichts bekannt. Der Investor könnte sich aber auch für einen Verkauf seines Anteils entscheiden. Bayer wollte den Bericht auf Anfrage nicht kommentieren.


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Der Konzern steht derzeit mächtig unter Druck. Nach der milliardenschweren Übernahme des US-Saatgutkonzerns Monsanto und einer Niederlage vor Gericht in den USA im Zusammenhang mit dem Unkrautvernichter Glyphosat war der Aktienkurs kräftig eingebrochen. Mit einem groß angelegten Stellenabbau und dem Verkauf von Unternehmensteilen steuerte der Konzern zuletzt gegen.


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Die Ironie der Geschichte: Mit der Übernahme von Monsanto verfolgte Bayer Börsen-Chart zeigen unter anderem das Ziel, eine feindliche Übernahme mit anschließender Zerschlagung zu verhindern. Doch auf Grund der zahlreichen Glyphosat-Klagen in den USA hat sich die Übernahme für Bayer als toxisch erwiesen, der Aktienkurs des Dax-Unternehmens ist seitdem eingebrochen. Mit fallendem Börsenwert wird Bayer für Investoren, die eine Übernahme und Zerschlagung durchrechnen, attraktiver.

la/dpa/reuters

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