Sonntag, 21. Juli 2019

Bayer-Übernahmeziel Gewinn von Monsanto bricht ein

Monsanto-Chef Hugh Grant, Bayer-Chef Werner Baumann: Bis Ende 2017 wollen die beiden den Zusammenschluss durchziehen. Doch die Skepsis der Aktionäre wächst, und die Zahlen von Monsanto sind mau
Reuters, AFP
Monsanto-Chef Hugh Grant, Bayer-Chef Werner Baumann: Bis Ende 2017 wollen die beiden den Zusammenschluss durchziehen. Doch die Skepsis der Aktionäre wächst, und die Zahlen von Monsanto sind mau

Ein Preisverfall beim Unkrautvernichter Glyphosat setzt dem US-Saatgutriesen Monsanto Börsen-Chart zeigen vor der Übernahme durch Bayer Börsen-Chart zeigen zu. Im abgelaufenen Geschäftsjahr 2015/16 brach der Nettogewinn um rund 42 Prozent auf 1,3 Milliarden Dollar ein, wie der Konzern am Mittwoch mitteilte. Der Umsatz sank binnen Jahresfrist um zehn Prozent auf 13,5 Milliarden.

Monsanto bekam vor allem niedrigere Preise bei seinen Unkrautbekämpfungsmitteln auf Basis des umstrittenen Wirkstoffs Glyphosat zu spüren. Dies trug wesentlich zum Umsatzrückgang des Konzerns in Höhe von 1,2 Milliarden Dollar im Pflanzenschutzgeschäft bei.

Schlussquartal besser als erwartet

Im Schlussquartal schrieb Monsanto zwar rote Zahlen, konnte seinen Verlust aber deutlich auf 191 (Vorjahreszeitraum: minus 495) Millionen Dollar eindämmen und schnitt besser ab als erwartet.

Bayer will das US-Unternehmen für 66 Milliarden Dollar kaufen und hatte sich Mitte September nach monatelangem Ringen mit Monsanto geeinigt. Monsanto sieht die Übernahme auf Kurs, ein Abschluss werde weiterhin bis Ende 2017 erwartet.

Gemeinsam mit Monsanto würde Bayer zum weltweit größtem Anbieter von Pflanzenschutzmitteln und Saatgut aufsteigen. Monsanto ist der Entwickler des Unkrautvernichters Glyphosat, der im Verdacht steht, krebserregend zu sein. Da das Patent auf Glyphosat seit Jahren abgelaufen ist, wird es auch von anderen Herstellern verkauft - das sorgt für Preisdruck bei den Amerikanern, der nach Einschätzung von Monsanto auch im neuen Geschäftsjahr anhalten wird.

Saatgutgeschäft stabil - Erlöse steigen im vierten Quartal

Deutlich stabiler zeigte sich das Saatgutgeschäft. Dort verbuchte Monsanto zwar im Gesamtjahr ein Umsatzminus von mehr als zwei Prozent. Im Schlussquartal sprangen die Erlöse in dem Bereich aber dank starker Nachfrage nach Mais-Saatgut in den USA um ein Viertel in die Höhe.

Im neuen Geschäftsjahr will Monsanto die Früchte seines Sparkurses ernten und hofft wieder auf steigende Gewinne. Das Ergebnis je Aktie soll 2016/17 auf 4,50 bis 4,90 Dollar zulegen, nachdem es im vergangenen Jahr um mehr als ein Fünftel auf 4,48 Dollar geschmolzen war. Das geht nicht ohne Stellenstreichungen: Bis 2018 sollen 3600 Arbeitsplätze entfallen, was 16 Prozent der Belegschaft entspricht, wie Monsanto schon im Januar angekündigt hatte.

Monsanto-Aktie notiert weiterhin deutlich unter 128 Dollar

Bei Monsanto-Aktionären herrscht jedoch weiterhin Skepsis, ob die Übernahme wirklich zustandekommt. Bayer will 128 Dollar je Monsanto-Aktie zahlen - aktuell notiert die Monsanto-Aktie jedoch bei lediglich 102 Dollar. Diese Differenz gilt als Hinweis, dass viele Investoren damit rechnen, dass die geplante Übernahme doch noch am Nein der Kartellbehörden scheitern könnte.

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la/reuters

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