Dienstag, 23. Juli 2019

Aktie erholt sich - trotz Glyphosat-Verbots in Österreich Hoffnungszeichen für Bayer aus den USA

Bayer: Im Kreuzfeuer der US-Kläger
Oliver Berg/ DPA
Bayer: Im Kreuzfeuer der US-Kläger

Erholung nach dem Rückschlag: Aktien von Bayer Börsen-Chart zeigen haben sich am Mittwoch von ihrem Kursrutsch am Vortag erholt. Positiv kam bei den Anlegern an, dass der US-Richter Vince Chhabria ein gegen den von Bayer übernommenen US-Konzern Monsanto verhängtes Schadenersatzurteil wahrscheinlich ändern wird. Der Richter hält die von Geschworenen geforderten rund 80,3 Millionen Dollar (71,2 Mio Euro) für zu hoch. Bayer hatte den richtungweisenden Fall um Krebsrisiken des glyphosathaltigen Unkrautvernichters Roundup gegen den Kläger Edwin Hardeman im März verloren.

Ein Händler wollte die Aussagen des Richters aber nicht überbewerten und verwies auf Schlichtungsgespräche in der Causa Glyphosat allgemein. Analysten schätzen die möglichen Belastungen im Falle von Vergleichen angesichts von aktuell rund 13 400 Klägern teils auf bis zu 20 Milliarden Euro, was vielen Experten zufolge aber bereits in den Aktienkurs eingepreist ist.

Glyphosat-Verbot in Österreich - EU könnte Verbot wieder kippen

Derweil nimmt in Europa der regulatorische Gegenwind zu. So hat Österreich als erstes Land in der EU am Dienstag beschlossen, den Einsatz von Glyphosat zu verbieten. Bayer geht allerdings davon aus, dass der Beschluss "von der EU-Kommission kritisch hinterfragt und rechtlich angefochten" werde. In der Tat ist es fraglich, ob das von Österreich verhängte Glyphosat-Verbot nach einer Prüfung der EU auf Dauer Bestand haben wird. Das Verbot könnte EU-Recht widersprechen, da die EU-Pflanzenschutzverordnung Glyphosat noch bis Ende 2022 erlaubt. Die einzelnen Mitgliedsländer können nur in Ausnahmefällen ein Verbot von zugelassenen Wirkstoffen verhängen.

Einstieg von US-Hedgefonds lässt Bayer-Aktionäre hoffen

In der vergangenen Woche hatte zudem der US-Hedgefonds Elliott seinen Einstieg bei Bayer gemeldet und den Druck auf das Bayer-Management erhöht. Der aktivistische Investor Paul Elliott Singer gilt als Schreck der Konzernmanager. Anleger setzen aber offenbar darauf, dass Singer dafür sorgen könnte, dass Bayer seine Rechtsrisiken in den USA schneller als erwartet im Zuge eines Vergleichs beilegt. Zudem könnte Singer bei einem weiter sinkenden Aktienkurs auf eine Aufspaltung des Bayer-Konzerns drängen. Die Aktie von Bayer hatte bereits in der vergangenen Woche deutlich zugelegt.

la/dpa-afx

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