Teambank Die "unbekannteste Bank Deutschlands" setzt auf Korbjäger

Die Teambank ist seit dieser Saison mit ihrer bekanntesten Marke Easycredit neuer Haupt- und Namenssponsor der Basketball Bundesliga (BBL). Warum die Bank namentlich selbst nicht erscheint.
Von Gabriel Wagner
Auf Korbjagd in der Basketball-Bundesliga: Nick Johnson vom FC Bayern Muenchen

Auf Korbjagd in der Basketball-Bundesliga: Nick Johnson vom FC Bayern Muenchen

Foto: imago/DeFodi

Im Eingangsbereich der Teambank-Zentrale in Nürnberg steht seit Kurzem ein Basketballkorb. Für Mitarbeiter des fränkischen Finanzinstituts besteht hier die Möglichkeit, nach Feierabend oder in der Mittagspause Körbe zu werfen. Dass sich die Korbanlage hier befindet, ist nicht nur darauf zurückzuführen, dass die Unternehmensleitung ihre Mitarbeiter unterhalten will, sondern es symbolisiert auch die Kooperation mit einem neuen Partner.

Seit der aktuellen Saison ist die Teambank mit ihrer Marke Easycredit neuer Haupt- und Namenssponsor der Basketball Bundesliga (BBL). Und mittlerweile scheint das Thema Basketball im Unternehmen angekommen zu sein. Zur offiziellen BBLSaisoneröffnung im September war der neue Sponsor mit 70 Mitarbeitern erschienen, die zur Verfügung stehenden Plätze in der Bamberger Brose Arena mussten gar verlost werden.

Aber nicht nur bei den Mitarbeitern der Bank, sondern auch in der Öffentlichkeit soll sich der neue Name der Liga immer weiter etablieren, das erhoffen sich zumindest die Verantwortlichen. Schließlich ist die Partnerschaft gleich auf fünf Jahre angelegt und beinhaltet eine Option auf eine dreijährige Verlängerung. Was bewegte die Bank zu diesem langfristigen Commitment?

Von Unternehmensseite war ein bundesweit angelegtes Engagement als Namensgeber einer Liga schon länger ein Thema, nachdem das regional fokussierte Naming-Right am Stadion des 1. FC Nürnberg im Jahr 2012 aufgegeben wurde. "Um uns national aufzustellen, wollten wir ein übergreifendes Engagement, das weniger an einzelnen Vereinen orientiert ist, sondern eher an der Sportart allgemein", sagt Christian Polenz, Chief Operating Officer (COO) und Marketingvorstand der Teambank. Unter seiner Führung kümmert sich die Leiterin Marketing Nicole Schulte mit einem Kernteam von fünf Personen um die operative Ausgestaltung der BBL-Kooperation.

Als sich nach dem Ausstieg des vorherigen Namensgebers Beko die Möglichkeit bei der BBL bot, machte das Finanzinstitut schnell Nägel mit Köpfen: Im vergangenen Mai gab es den ersten Kontakt, Mitte Juli wurde der Vertragsschluss verkündet. Die rasche Übereinkunft könnte auch am von der Teambank geboteten Preis gelegen haben. Pro Jahr soll das Finanzinstitut bis zu 2,5 Millionen Euro an die BBL zahlen und damit rund eine Million mehr als Vorgänger Beko. Finanziell also lohnt sich das Engagement für die Liga - und für die Teambank?

"Vielleicht die unbekannteste Bank Deutschlands"

Damit sich die Partnerschaft für die Teambank rechnet, tritt das Unternehmen bei dem neuen Sponsorship wie auch bei der früheren Partnerschaft mit dem 1. FC Nürnberg ausschließlich mit seiner Marke Easycredit auf. "Die Teambank ist vielleicht die unbekannteste Bank Deutschlands. Aber das Markenprodukt Easycredit kennen neun von zehn Menschen in Deutschland", sagt Vorstand Polenz.

Durch das Engagement in der BBL soll die Marke Easycredit weiter gepusht werden. Intern bewertet die Teambank ihre bekannteste Marke als sogenannte "Star Brand" mit einer hohen Attraktivität und Bekanntheit. Dem Erhalt dieses Status sind in der Unternehmenskommunikation laut Polenz sämtliche Maßnahmen untergeordnet. Sponsoring dient hier als ergänzendes Kommunikationsinstrument.

Im Bereich Social Media hat die Teambank dieses Ziel in den vergangenen Monaten auf jeden Fall erreicht. Konkrete Zahlen nennt das Unternehmen zwar nicht, aber laut Vorstandsmitglied Polenz hat sich die Zahl der Nennungen von Easycredit in den sozialen Medien seit Beginn der Kooperation mit der BBL bereits verzehnfacht.

Teambank

Gründung: 2006Hauptsitz: NürnbergBetriebsergebnis: 2015 138,9 Mio. EuroAnzahl Mitarbeiter: 900Vorstandsvorsitzender: Alexander BoldyreffSponsoringverantwortung: Christian Polenz (COO und Vorstandsmitglied), Nicole Schulte (Leiterin Marketing)Sponsorships: (Laufzeit; Summe p.a.) Haupt- und Namenssponsor Easycredit Basketball Bundesliga (bis 2020/21; 2,5 Mio. Euro)Agenturen: Sponsorplan (Sponsoring), Scholz & Friends (Lead Agentur), Elbdudler (Social Media)Quelle: SPONSORs, Teambank

Geht es nach Polenz, wird der Werbewert von Easycredit durch das BBL-Sponsorship in Zukunft definitiv weiter nach oben getrieben. Dabei setzt der Marketingfachmann auch auf die BBL als Plattform mit TV-Präsenz. In der Saison 2015/16 lag die durchschnittliche Reichweite der BBL-Übertragungen auf Sport1 allerdings gerade einmal bei 100.000 Zusehern pro Spiel. Doch Polenz glaubt künftig an mehr und will die Liga gemeinsam mit BBL-Chef Stefan Holz zur "stärksten Liga Europas" machen: "Basketball ist von den Sendezeiten im Fernsehen und den TV-Reichweiten aber bislang noch unterbewertet."

Um mehr Präsenz im Fernsehen zu erhalten, könnte die Teambank theoretisch weitere Sportrechte kaufen. Darauf aber verzichtet das Unternehmen. "Wir machen das Engagement in der BBL und das richtig. Weitere Sportsponsorings sind nicht geplant", sagt Polenz. Vorerst also müssen die Mitarbeiter der Teambank sich also womöglich mit einem Basketballkorb in ihrer Unternehmenszentrale begnügen.


Diesen Text veröffentlichten wir mit freundlicher Genehmigung von SPONSORs,  dem Fachmagazin für Sport-Business. Erschienen in der November-Ausgabe von SPONSORs.

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