Samstag, 20. Juli 2019

Neuordnung im Pflanzenschutzgeschäft Bayer will Monsanto schlucken - und BASF muss schlucken

BASF-Vorstand Martin Brudermüller: "Wir lassen uns nicht ins Bockshorn jagen von dem, was um uns herum im Agrosektor passiert."

Seit 10 Jahren arbeitet BASF mit Monsanto zusammen, und nun will Bayer Monsanto schlucken. Was soll man als BASF-Vorstand dazu sagen? Erst einmal mit ein paar Phrasen Gelassenheit demonstrieren - und immer an die eigene Stärke glauben.

Der Chemieriese BASF Börsen-Chart zeigen sieht sich von der geplanten Übernahme seines Kooperationspartners Monsanto durch Bayer Börsen-Chart zeigen nicht beeinflusst. "Wir gehen davon aus, dass Verträge natürlich eingehalten werden, wenn es da einen neuen Eigentümer gibt", sagte der stellvertretende BASF-Vorstandsvorsitzende Martin Brudermüller am Mittwoch auf einer Pressekonferenz in Ludwigshafen. Das Geschäftsmodell von BASF sei nicht davon beeinflusst.

"Sind nicht in die Ecke getrieben"

"Wir sind nicht in die Ecke getrieben", ergänzte Brudermüller trotzig. BASF habe ein sehr profitables, innovatives Pflanzenschutzgeschäft mit einer vollen Pipeline. "Wir lassen uns nicht ins Bockshorn jagen von dem, was um uns herum im Agrosektor passiert." Zudem sei das Pflanzenschutzgeschäft von BASF "auch nicht ganz klein".

BASF Börsen-Chart zeigen arbeitet bereits seit 2007 mit Monsanto bei der Entwicklung biotechnologisch veränderter Nutzpflanzen zusammen. Der Leverkusener Bayer-Konzern will den US-Saatgutriesen für 62 Milliarden Dollar übernehmen.

Dass BASF nicht ganz klein ist, damit hat Brudermüller Recht. Möglicherweise ist BASF aber auch nicht groß genug, wenn die fusionierten Riesen Chemchina / Syngenta, DowDuPont und möglicherweise Bayer/Monsanto den Markt unter sich aufteilen. Beim milliardenschweren Übernahme-Monopoly ist BASF bislang außen vor - die Devise in Ludwigshafen scheint zu lauten, sich von dem hektischen Treiben in der Branche nicht anstecken zu lassen. Sich nicht ins Bockshorn jagen zu lassen, ist grundsätzlich eine gute Idee. Aber eine gute Idee ist es auch, sich nicht von der Konkurrenz vor sich her treiben zu lassen.

"Künftig schneller und effizienter forschen"

Der Chemiekonzern BASF will künftig schneller und effizienter forschen. "Wir wollen mehr Forschung machen mit dem gleichen Geld", sagte Brudermüller. BASF habe in diesem Bereich Effizienzpotenzial. Zwar werde der Konzern auch künftig mehr Geld für Forschung und Entwicklung ausgeben. Dies bedeute aber nicht, dass der Zuwachs der Ausgaben genauso hoch sein werde wie in der Vergangenheit. In den vergangenen Jahren hätte BASF seine Forschungsausgaben im Schnitt jährlich um 5 Prozent erhöht.

2015 beschäftigte BASF weltweit rund 10 000 Mitarbeiter in Forschung und Entwicklung, davon fast die Hälfte in Ludwigshafen. Die Forschungspipeline umfasste etwa 3000 Projekte, die Aufwendungen für Forschung und Entwicklung stiegen auf knapp zwei Milliarden Euro (2014: 1,9 Mrd Euro). Die Ludwigshafener setzten mit neuen Produkten im vergangenen Jahr zehn Milliarden Euro um.

© manager magazin 2016
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung