Der Chemieriese und das Niedrigwasser Wie Flachbodenschiffe BASF aus der Krise helfen

Niedrigwasser am Rhein: Probleme für Tank- und Transportschiffe

Niedrigwasser am Rhein: Probleme für Tank- und Transportschiffe

Foto: picture alliance/dpa

Nach der ausgeprägten Sommerschwäche der Aktien deutscher Chemiekonzerne haben sich die Kurse am Dienstag erholt. Die Papiere von BASF  , Covestro , Lanxess und Evonik gewannen zwischen 2 und 3 Prozent. Sie waren Ende Oktober - ebenso wie der Rhein - auf den niedrigsten Stand seit mehr als zwei Jahren gefallen.

Nicht zuletzt die niedrigen Flusspegel hatten während des Sommers die Branche belastet. Hier könnte sich Beobachtern zufolge die Lage künftig wieder etwas entspannen, zumal die Wasserpegel am Rhein wieder langsam steigen.

Mit der schwierigen Lage des Automobilsektors als Abnehmer und die Sorgen um Chinas Wirtschaftswachstum gebe es jedoch unverändert große Risiken für den konjunkturzyklischen Sektor.

Mit Flachbodenschiffen dem Niedrigwasser künftig trotzen

Der Ludwigshafener Chemieriese BASF (Kurswerte anzeigen) prüft außerdem den Kauf einer Flotte von Flachbodenschiffen, um besser für Niedrigwasser-Perioden am Rhein gerüstet zu sein. Diskutiert werde sogar der Einsatz von Tragflächenbooten oder die Möglichkeit einer Pipeline im Flussbett des Rheins, teilte der Konzern am Dienstag auf Anfrage mit.

BASF musste wegen des seit Juni anhaltenden Niedrigwassers auf dem wichtigen Transportweg schon die Produktion einschränken, weil die herkömmlichen Binnenschiffe nicht mehr vollständig beladen werden können. "Diese Situation stellt BASF vor enorme logistische Herausforderungen."

Niedriger Pegelstand am Rhein verteuert Benzin - und bereitet BASF Sorgen

Nur etwa knapp ein Drittel der Gütermenge könne über Alternativen wie Lkw, Bahn oder Pipelines abgedeckt werden. Die Kosten dafür und die Produktionsverluste bezifferte BASF im dritten Quartal auf rund 50 Millionen Euro. Auch die Preise für Heizöl sind in den vergangenen Wochen stark gestiegen, da der Großteil des Öls über Schiffe transportiert wird und nun die Nachfrage höher ist als das Angebot.

"BASF hat ein Paket geschnürt, um den Standort langfristig widerstandsfähiger gegen solche Niedrigwasserereignisse zu machen", teilte der Konzern mit. Dazu gehören der Ausbau von Lagerkapazität am Standort sowie eine genauere Datenanalyse, um Niedrigwasser besser vorhersagen zu können.

Die wegen des trockenen Sommers schon lange niedrigen Pegelstände am Rhein machen auch anderen Industriekonzernen wie Thyssenkrupp oder ArcelorMittal zu schaffen. Kraftstoffe können ebenfalls nur noch eingeschränkt über den Rhein transportiert werden, was die Preise für Benzin und Heizöl in die Höhe getrieben hat.

la/dpa/reuters
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