Freitag, 15. November 2019

Martin Brudermüller warnt vor steigenden Belastungen BASF-Chef fordert neue Agenda 2010 - und mehr Realismus beim Klimaschutz

BASF-Chef Martin Brudermüller: "Gesellschaftliche Unterstützung wird es nur geben, wenn Klimaschutz nicht in Arbeitslosigkeit mündet"
Uwe Anspach/dpa
BASF-Chef Martin Brudermüller: "Gesellschaftliche Unterstützung wird es nur geben, wenn Klimaschutz nicht in Arbeitslosigkeit mündet"

Der Chef des Chemiekonzerns BASF, Martin Brudermüller, hat sich in der Klimaschutzdebatte für mehr Realismus ausgesprochen. "Man muss den Bürgern schon sagen, dass sich dann manche Preise verändern", sagte er dem "Handelsblatt" vom Montag. Brudermüller forderte "einen viel breiteren und offeneren Dialog". "Gesellschaftliche Unterstützung wird es nur geben, wenn Klimaschutz nicht in Arbeitslosigkeit mündet", sagte Brudermüller. Er warnte davor, "einfach noch" eine CO2-Steuer zu bestehenden Belastungen für Unternehmen hinzuzufügen. Das Ziel müsse stattdessen sein, erneuerbare Energien möglichst günstig zu machen und so Anreize zur Vermeidung von Treibhausgasen zu schaffen.

Brudermüller plädierte für eine stärkere Forschungsförderung und einen neuen, umfassenderen Ansatz in der Klimapolitik: "Wir haben die Chance, das Thema ganz groß zu denken und dadurch Klimaschutz und Wettbewerbsfähigkeit für Deutschland und Europa sinnvoll zu verknüpfen", sagte er. Ziel müsse es sein, erneuerbare Energien möglichst zu verbilligen, um Anreize zur CO2-Vermeidung zu schaffen.

Der Ludwigshafener Chemieriese BASF steht derzeit vor Herausforderungen wie einer schwachen Auftragslage im Automobilbereich und dem Handelskonflikt zwischen China und den USA. Ende Juni hatte das Unternehmen angekündigt, bis Ende 2021 weltweit rund 6000 Stellen zu streichen. Der Aktienkurs von BASF Börsen-Chart zeigen hat in den vergangenen zwei Jahren deutlich nachgegeben: Um Aktionäre bei der Stange zu halten, hatte Brudermöller perspektivisch eine Erhöhung der Dividende für BASF-Aktionäre angekündigt.

Von der Bundesregierung forderte Brudermüller angesichts der aktuellen Konjunkturschwäche Reformen in Bereichen wie Steuern, Regulierung und auch solche mit Blick auf die Flexibilisierung des Arbeitsmarktes. "Die Bundesregierung sollte an eine neue Agenda 2010 denken."

la/afp

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