Donnerstag, 19. September 2019

Deutsche Bahn Grube will bei Lobbyarbeit sparen

Bahnchef Rüdiger Grube (l) und Ex-Kanzleramtsminister Ronald Pofalla

Bahn-Chef Rüdiger Grube weist Kritik an einer möglichen Einstellung von Ex-Kanzleramtsminister Pofalla zurück. Es gehe nicht darum, den Kreis der Vorstände zu erweitern. Statt dessen seien "erhebliche Kostensenkungen" vorgesehen.

Hamburg - Bahn-Chef Rüdiger Grube wehrt sich gegen Vorwürfe, er wolle mit einer möglichen Einstellung des früheren Kanzleramtschefs Ronald Pofalla den Vorstand des Konzerns aufblähen. "Das war nicht unser Plan", sagte Grube dem manager magazin (Erscheinungsdatum: 21. Februar).

Es gehe nicht darum, den Kreis der Vorstände zu erweitern. Er werde vielmehr am 26. März dem Aufsichtsrat ein Konzept vorstellen, "wie wir die politischen Aufgaben des Unternehmens künftig noch besser bewältigen können." Das Konzept beinhalte "erhebliche Kostensenkungen". Ob und wann Pofalla kommt, ließ der Manager dabei offen.

Der Bahn-Chef verteidigte zugleich seine Suche nach Verstärkung in der politischen Beziehungspflege. "Diese Aufgabe ist in den vergangenen Jahren wesentlich komplexer geworden, insbesondere bei der EU", sagte Grube, "das kann ich nicht mehr allein leisten." Er benötige künftig wieder mehr Zeit, "um mich strategischen Fragen widmen zu können."

Grube wandte sich zugleich gegen Berichte über einen dramatischen Gewinneinbruch bei der Deutschen Bahn. Zwar habe der Konzern zuletzt zahlreiche Mehrkosten tragen müssen, etwa für Flutschäden, und habe in der Logistik unter der konjunkturellen Schwäche in vielen Ländern Europas gelitten. "Aber so schlimm, wie kolportiert wird, sind die Folgen nicht", beschwichtigte Grube. Der Konzern habe 2013 vor Zinsen und Steuern "immer noch deutlich mehr als zwei Milliarden Euro" verdient, der Umsatz liege auf dem Niveau des Vorjahres.

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