Dienstag, 15. Oktober 2019

Bahn-Chef Grube muss um Gehaltserhöhung fürchten

Bahn-Chef Grube: Festgehalt von 900.000 Euro

Der Chef der Deutschen Bahn, Rüdiger Grube, hat im vergangenen Jahr wegen schwacher Konzernzahlen rund eine Million weniger verdient. Nun soll er eine dicke Gehaltserhöhung bekommen - doch im Aufsichtsrat regt sich Widerstand.

Berlin - Der Chef der Deutschen Bahn, Rüdiger Grube, hat im vergangenen Jahr einem Pressebericht zufolge rund eine Million weniger verdient als 2012. Grund sei vor allem, dass der Gewinn des Konzerns die Erwartungen weit verfehlt habe, berichtete die "Süddeutsche Zeitung". Demnach verdiente Grube im vergangenen Jahr 1,66 Millionen Euro, im Jahr davor waren es noch 2,66 Millionen Euro gewesen. Die "Süddeutsche" berief sich auf den Geschäftsbericht der Bahn, der am Donnerstag veröffentlicht werden soll.

Der Gewinn der Bahn ist im vergangenen Jahr Medienberichten zufolge eingebrochen. Er sank demnach von 1,46 Milliarden Euro auf rund 650 Millionen Euro. Gründe sind demnach Belastungen wie gestiegene Personalkosten, ein Rückgang im Güterverkehr, aber auch das Hochwasser.

Grube bekommt seit seinem Amtsantritt ein Festgehalt von 900.000 Euro. Dazu kommen je nach Erreichen bestimmter Ziele Sonderzahlungen in unterschiedlicher Höhe.

Umstrittene Gehaltserhöhung

Eine bereits geplante künftige Gehaltserhöhung Grubes steht laut "Süddeutscher Zeitung" zudem auf der Kippe. Im Aufsichtsrat gebe es Widerstand dagegen, dass Grubes Festgehalt ab Mai, wenn er fünf Jahre im Amt ist, um bis zu 20 Prozent angehoben wird. Die Zeitung berichtete aus Kreisen des für Vorstandsvergütungen zuständigen Aufsichtsrats-Ausschusses, selbst eine Erhöhung um 10 Prozent sei noch umstritten. Beschlossen werde die Sache am Mittwoch, wenn der Aufsichtsrat der Deutschen Bahn tagt.

Bei der Aufsichtsratssitzung soll es auch um die politische Kontaktpflege im Konzern gehen. Personalvorschläge will Grube dazu wohl noch nicht machen. Anfang des Jahres hatte sein Plan für Kritik gesorgt, Ex-Kanzleramtschef Ronald Pofalla (CDU) zum Cheflobbyisten zu berufen.

Unmut gibt es im Aufsichtsrat laut einem "Spiegel"-Bericht wegen der Konzerntochter Arriva. Der Busbetreiber habe Anfang 2014 das Geschäft auf Malta für einen symbolischen Euro an die Regierung verkauft. Innerhalb von zweieinhalb Jahren soll die Firma dort Verluste von rund 50 Millionen Euro angehäuft haben.

Ein Bahnsprecher bestätigte am Sonntag, dass das Geschäft an die dortige Regierung "übergeben" worden sei. Zu Zahlen äußerte er sich nicht. Die Vorgänge auf Malta seien "untypisch für das generell erfolgreiche Geschäft" von Arriva. Das Unternehmen habe 2013 seinen Gewinn gesteigert. Arriva biete in 14 europäischen Ländern erfolgreichen Nahverkehr. Laut "Spiegel" heißt es aus dem Aufsichtsrat, dass Arriva auch in anderen Regionen Probleme habe.

ts/afp/dpa-afx

© manager magazin 2014
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung