Mittwoch, 21. August 2019

US-Investor will sich an deutschem Verlagshaus beteiligen Axel Springer verhandelt mit KKR

Axel Springer-Chef Mathias Döpfner verhandelt mit KKR über Einstieg

Der Medienkonzern Axel Springer Börsen-Chart zeigen hat Gespräche mit dem US-Investor KKR Börsen-Chart zeigen über eine strategische Beteiligung bestätigt. Der Verhandlungsstand sehe vor, dass die Amerikaner zusammen mit Beteiligungsgesellschaften von Friede Springer und Vorstandschef Mathias Döpfner ein Kaufangebot für die restlichen Springer-Aktien vorlegten.

Ob es zu den beschriebenen Schritten und "anschließenden gesellschaftsrechtlichen Strukturmaßnahmen" komme, sei aus Sicht des Vorstands derzeit offen, teilte der Konzern am Mittwochabend in Berlin weiter mit. Zuvor hatte die Nachrichtenagentur Bloomberg unter Berufung auf Kreise berichtet, dass das Ziel der Rückzug des Medienkonzerns von der Börse sei.

Am Markt sorgten die Nachrichten für einen kräftigen Kurssprung. Axel Springer-Aktien schnellte zum Handelsstart am Donnerstag um gut ein Fünftel auf 54,35 Euro in die Höhe.

"Das ist eine positive Überraschung für die Aktionäre", sagte ein Händler. Sie sorge für eine Kursbelebung, nachdem die Papiere über längere Zeit unter einer allgemeinen Branchenschwäche klassischer Medienwerte gelitten hätten. An der Börse gehört die Springer-Aktie schon seit längerem nicht mehr zu den Lieblingen der Anleger. Vom Hoch im Februar 2018 waren sie vor dem jüngsten Kursschub um rund 40 Prozent gefallen.

Analystin Katherine Tait von Goldman Sachs wollte sich zum möglichen Ausgang der Verhandlungen zwar nicht äußern. Grundsätzlich habe der Medienkonzern aber die Ambition und auch die Fähigkeit, seine Geschäfte in Richtung Wachstum neu zu positionieren, schrieb die Analystin in einer Studie. Das Online-Rubrikengeschäft hält sie für unterbewertet. Sie riet weiter zum Kauf der Aktien mit einem Kursziel von 60,10 Euro.

Die Privatbank Berenberg stufte Axel Springer am Freitag von "Sell" auf "Hold" hoch. Analystin Sarah Simon hob das Kursziel von 43 auf 52 Euro an. Bisher sei sie mit ihrer Verkaufsempfehlung von einer nur unterdurchschnittlichen Aktienkurs- und einer enttäuschenden Gewinnentwicklung ausgegangen, da der Medienkonzern die Investitionen im Online-Rubrikengeschäft hochfahre, begründete Simon.

Die Axel Springer Gesellschaft für Publizistik und mehrere Mitglieder der Springer-Familie halten zusammen die Mehrheit an dem unter anderem für das Boulevardblatt "Bild" bekannten Konzern. Während Bloomberg von Verhandlungen mit allen Anteilseignern der Familie berichtet hatte, tauchte in der Unternehmensmitteilung nur der Name Friede Springer auf. Eine Unternehmenssprecherin bestätigte auf Anfrage, dass die Verhandlungen ohne die übrigen Familienmitglieder geführt würden.


Lesen Sie auch:
So regelt Friede Springer ihr Erbe
Ex-Springer-Frau Donata Hopfen geht zu Boston Consulting


Im März hatte der Medienkonzern vor einem Gewinnrückgang im laufenden Jahr nach zahlreichen profitablen Quartalen gewarnt. Springer versucht, mit Online-Nachrichtenangeboten die schwächelnde Entwicklung bei klassischen Printmedien auszugleichen. Der Bereich mit Produkten wie Business Insider und dem Jobportal Stepstone erwirtschaftete im vergangenen Jahr bereits mehr als 70 Prozent der Umsätze.

dpa/rtr/akn

© manager magazin 2019
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung