Mittwoch, 24. April 2019

Frisches Geld für Zukäufe Axel Springer lotet Kapitalerhöhung aus

Springer-Chef Mathias Döpfner.

Der Verlagskonzern prüft, sich frisches Geld von der Börse zu holen, um sich für Zukäufe zu rüsten. Haupteignerin Friede Springer würde ebenfalls neue Aktien zeichnen und so ihre Mehrheit absichern.

Der Medienkonzern Axel Springer verschafft sich Spielraum für Zukäufe. Nach Informationen des manager magazins sollen sich die Vorbereitungen für eine mögliche Kapitalerhöhung noch in dieser Woche konkretisieren. "Wir könnten auch eine Kapitalerhöhung vornehmen, das würde nichts an den Gewichten und Mehrheitsverhältnissen ändern," bestätigte Vorstandschef Mathias Döpfner die Überlegungen dem manager magazin in einem Interview für die April-Ausgabe, die am kommenden Donnerstag (22. März) erscheint.

In den kommenden Tagen wird Mehrheitsaktionärin Friede Springer, die 52,4 Prozent der Aktien kontrolliert, eine Ergänzung für die Tagesordnung für die Hauptversammlung am 18. April nachschieben. Inhalt: Abstimmung über einen Vorratsbeschluss für eine Kapitalerhöhung von bis zu zehn Prozent. Das Unternehmen kann danach praktisch jederzeit frisches Geld an der Börse einsammeln. Eine Springer-Sprecherin sagte am Montag nach Veröffentlichung der Aussagen Döpfners in dem mm-Interview, der Vorstandschef habe sich lediglich abstrakt äußern wollen.

Zu Details einer etwaigen Kapitalerhöhung und deren Folgen für die Mehrheitsverhältnisse sagte Döpfner: "Auch unsere Hauptaktionärin wäre in der Lage, bei einer Kapitalerhöhung mitzugehen." Mehrheitseignerin Friede Springer plant demnach neue Aktien zu zeichnen, wenn diese auf den Markt kommen. Der Kurs der Axel Springer AG Börsen-Chart zeigen war in den vergangenen Monaten stark gestiegen - und gibt dem Vorstand somit gute Argumente für die Ausgabe neuer Aktien.

Springer hatte den Schwerpunkt der Geschäfte des Konzerns in den vergangenen Jahren von Zeitungen wie "Bild" und "Welt" auf Kleinanzeigenportale im Internet wie den Jobvermittler Stepstone verschoben. Um drohender Konkurrenz zu begegnen, fasst Döpfner nun Zukäufe ins Auge. Zu möglichen Übernahme-Zielen sagte Döpfner: "Mal abwarten, was sich an Gelegenheiten bietet. Wahrscheinlicher sind mehrere kleinere als eine große".

Klarstellung der Redaktion: In einer früheren Fassung hatten wir formuliert, "eine Entscheidung über eine geplante Kapitalerhöhung könnte bereits in der laufenden Woche fallen". Dabei geht es, wie inzwischen oben konkretisiert, um den Vorratsbeschluss für eine Kapitalerhöhung.

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