Mittwoch, 20. November 2019

Mindestschwelle bei Übernahme überschritten Investor KKR hält jetzt mehr als 20 Prozent an Springer

Zuletzt stammen 84 Prozent des Vorsteuergewinns des Medienunternehmens Axel Springer aus digitalen Produkten

Der Finanzinvestor KKR hat die nötige Zahl von Aktien für sein Übernahmeangebot von Axel Springer erworben. Der Investor habe die Schwelle von 20 Prozent der Anteile des Medienkonzerns überschritten, teilte Springer am Montag in Berlin mit. Das genaue Ergebnis werde in den kommenden Tagen bekanntgegeben.

Auf dem Weg zu der geplanten strategischen Partnerschaft zwischen Axel Springer und KKR sei damit ein "wichtiges Etappenziel" erreicht worden, hieß es weiter. In der Nacht zum Samstag war die Übernahmefrist ausgelaufen.

Aktionäre, die ihre Aktien bislang nicht angedient haben, können dies in den kommenden Tagen tun. Die Frist beginnt nach Bekanntgabe des Ergebnisses des Angebots und dauert 14 Tage. Das Angebot sieht einen Preis von 63,00 Euro je Aktie vor.

Springer braucht KKR für seine digitale Expansionsstrategie

Knapp 45 Prozent der Springer-Aktien sind im Streubesitz. Die Witwe des Verlagsgründers, Friede Springer, und der Vorstandsvorsitzende, Mathias Döpfner, haben mit KKR vereinbart, dass sie ihre Beteiligungen behalten.

Die Witwe kontrolliert 42,6 Prozent der Anteile, Döpfner hält 2,8 Prozent. Die Springer-Enkel Ariane und Axel Sven Springer halten zusammen rund 10 Prozent. Der Einstieg steht unter dem Vorbehalt außenwirtschaftlicher Genehmigungen und Kartellfreigaben.

KKR und Springer hatte schon mehrfach die Möglichkeit eines Einstiegs sondiert. Springer benötigt die Finanzkraft von KKR, um die Expansion im Digitalgeschäft voranzutreiben: Die Bedeutung der deutschsprachigen Zeitungen und journalistischer Inhalte ist im Springer-Geschäftsmodell seit Jahren gesunken und wird weiter sinken. Für den Großteil des Gewinns sorgen nicht "Bild" oder "Welt", sondern digitale Rubriken-Portale wie SeLoger, StepStone oder Immowelt.


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Schon jetzt stammen 84 Prozent des bereinigten Vorsteuergewinns von Axel Springer aus digitalen Aktivitäten. Mit jeder weiteren Übernahme eines Digital-Dienstleisters entfernt sich Springer einen Schritt weiter aus dem deutschsprachigen Raum. Da ist ein finanzstarker Player wie KKR durchaus willkommen.

Und so betont Springer-Chef Mathias Döpfner auch die Entwicklungsperspektiven, die sich mit dem Einstieg von KKR böten. "Durch die strategische Partnerschaft mit KKR könnten wir erhebliche Wachstumschancen ergreifen, da wir uns zusätzliche finanzielle Ressourcen erschließen, hatte Döpfner im Juni erklärt. Auch in der Vergangenheit hat Döpfner, der konsequent auf eine Internationalisierungsstrategie setzt, keine Berührungsängste gegenüber möglichen Partnern wie KKR gezeigt.

rei mit dpa

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