Mittwoch, 13. November 2019

Nur durch Gesetz erreicht Frauenanteil in Aufsichtsräten steigt über 30 Prozent

Frauen in den Führungsetagen: Der Anteil in den Aufsichtsräten steigt - aber nur durch die gesetzliche Vorgabe. In den Vorständen passiert dagegen nicht viel

Der Frauenanteil in den Aufsichtsräten der Dax-Konzerne ist im Schnitt auf über 30 Prozent gestiegen - und liegt damit erstmals über dieser Marke. Das hat die Organisation Frauen in die Aufsichtsräte (FidAR) errechnet. Allerdings wirkt die vor vier Jahren eingeführte Frauenquote weiterhin vor allem in Unternehmen, für die es verbindliche Vorgaben gibt.

Der Anteil der Frauen in den Aufsichtsräten der 185 im Dax Börsen-Chart zeigen, MDax Börsen-Chart zeigen und SDax Börsen-Chart zeigen sowie der im Regulierten Markt notierten, voll mitbestimmten Unternehmen stieg seit 2015 um elf Prozentpunkte auf 30,9 Prozent, teilte die Organisation weiter mit. Im vergangenen Jahr lag er noch bei 28,1 Prozent. In den 105 der Quote unterliegenden Unternehmen erreiche der Anteil 33,9 Prozent und damit einen Rekordwert. Bei den 80 nicht von der Quote betroffenen Dax-Unternehmen stieg der Anteil dagegen seit 2015 nur wenig und liegt bei 21,6 Prozent.

Frauenanteil in den Vorständen viel geringer

In den Vorständen der untersuchten Unternehmen ist der Anteil der Frauen viel geringer. Seit 2015 stieg er demnach nur um 4,2 Prozentpunkte auf 9,2 Prozent. Bei den "Quotenunternehmen" seien es 9,6 Prozent, bei denen ohne Quote 8,5 Prozent. Der diesjährige Women-on-Board-Index bildet FidAR zufolge den Stand vom 30. April dieses Jahres ab. Der WoB-Index untersucht seit 2010 regelmäßig den Frauenanteil in Spitzenpositionen der deutschen Wirtschaft.

Das seit Mai 2015 geltende Gesetz schreibt neben der Quote von 30 Prozent im Aufsichtsrat für die rund 100 größten börsennotierten und mitbestimmungspflichtigen Unternehmen für rund 4000 weitere Firmen vor, sich selbst Zielgrößen für den Frauenanteil in Vorstand und anderen Führungsgremien zu geben. Oft wird dort jedoch die "Zielgröße Null" festgelegt. "Noch immer haben 122 der 185 untersuchten Unternehmen keine Frau im Vorstand", teilte FidAR mit. Von diesen planen 69 weiterhin mit Zielgröße Null bis maximal 2022.

"Der WoB-Index zeigt deutlich, dass leider nur gesetzlicher Druck zu messbaren Veränderungen führt", teilte FidAR-Präsidentin Monika Schulz-Strelow mit. "Zu viele Unternehmen scheinen die Zielgrößen weiterhin nicht ernst zu nehmen und planen keine oder nur geringe Erhöhungen." Wer mehr Chancengleichheit in Führungsetagen wolle, müsse die Quote auf die Aufsichtsräte der börsennotierten und mitbestimmten Unternehmen ausweiten.

mg/dpa-afx

© manager magazin 2019
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung