Montag, 22. April 2019

Zulieferer-Zoff Auch Daimler streitet mit Prevent um Millionen

Mercedes-Produktion in Sindelfingen: Nicht nur bei Volkswagen, auch bei Daimler sieht Prevent Verträge als nicht erfüllt an und fordert Schadenersatz in zweistelliger Millionenhöhe

Neben Volkswagen Börsen-Chart zeigen streitet auch der Autobauer Daimler Börsen-Chart zeigen mit dem Zulieferer Prevent vor Gericht. Vor dem Landgericht Braunschweig wolle der Lieferant 40 Millionen Euro Schadenersatz erstreiten, sagte ein Sprecher des Gerichts am Montag. Prevent sehe demnach Verträge von Daimler als nicht erfüllt und nicht wirksam beendet an. Am Dienstag werde zunächst die Frage geklärt, welche Kammer überhaupt für das Verfahren zuständig ist (Az.: 9 O 2142/15).

Die "Bild am Sonntag" und die "Süddeutsche Zeitung" (Montag) hatten zuvor über den Rechtsstreit berichtet. In der Auseinandersetzung war Prevent bereits im Jahr 2014 mit einer einstweiligen Verfügung vor dem Landgericht Stuttgart gescheitert (Az.: 40 O 69/14). Die Verfügung wurde vom Gericht gekippt, auch die Berufung vor dem Oberlandesgericht blieb ohne Erfolg (Az.: 5U 149/14).

Ob an der Klage eine der beiden Prevent-Gesellschaften beteiligt war, die aktuell Teile der Produktion bei Volkswagen lahmlegen, ging aus den Gerichtsunterlagen nicht hervor. Im Jahresabschluss der Prevent DEV GmbH ist die Rede von 2013 gekündigten Aufträgen und einem "Abzug des Lieferumfanges" der Daimler AG im Jahr 2014.

Weder Daimler noch Prevent wollten sich zu dem Verfahren äußern. Eine Daimler-Sprecherin bestätigte Lieferbeziehungen mit Prevent und Prevent-Gesellschaften. Es gebe aber keine Lieferschwierigkeiten. Car Trim sei derzeit kein Serienlieferant von Mercedes-Benz. Die ES Automobilguss habe den Stuttgarter Autobauer früher beliefert.

Hintergrund für den Zulieferer Streik bei Volkswagen, der derzeit rund 30.000 VW-Mitarbeiter in sechs Werken betrifft, ist offenbar ebenfalls eine hohe Schadenersatzforderung von Prevent an VW. Nach Angaben von VW fordert Prevent von Volkswagen in diesem Zusammenhang rund 58 Millionen Euro Schadenersatz.

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