Dienstag, 18. Juni 2019

Nach Brückeneinsturz von Genua Autostrade-Mutter wehrt sich gegen Verstaatlichung

Eingestürzte Autobahnbrücke Morandi bei Genua

Der Chef der Autostrade-Mutter Atlantia wehrt sich nach dem Einsturz der Brücke in Genua gegen eine Verstaatlichung des Autobahnbetreibers. "Autostrade gehört zum Erbe von Atlantia und ist die wichtigste Beteiligung", sagte Giovanni Castellucci der Zeitung "La Repubblica" vom Mittwoch. "Es liegen keine anderen Szenarien auf dem Tisch." Eine Verstaatlichung wäre ein Schritt zurück in die Vergangenheit. Allerdings schloss er eine Zusammenarbeit mit staatlich kontrollierten Fonds, wie der Bank Cassa Depositi e Prestiti, nicht aus.

Italiens Verkehrsminister Danilo Toninelli hatte am Montag gesagt, eine Verstaatlichung sei die einzige Lösung für Autostrade. Nach dem Kollaps der Brücke, bei dem 43 Menschen ums Leben kamen, hat die Regierung in Rom einen Prozess eingeleitet, um Autostrade die Betriebserlaubnis zu entziehen.

Die Regierung wirft dem Autobahn- und Brückenbetreiber Autostrade Sicherheitsmängel vor. Das Unternehmen, das mehr als die Hälfte aller italienischen Mautstraßen betreibt, gehört zu 88 Prozent der börsennotierten Holding Atlantia, die von der Unternehmerfamilie Benetton beherrscht wird. Gut zwölf Prozent der Anteile an Autostrade liegen bei internationalen Infrastruktur-Investoren, zu denen der deutsche Versicherungsriese Allianz zählt.

Der Versicherer ist gleich zweifach vom Brückeneinsturz im italienischen Genua betroffen. der Konzern ist nicht nur an der Betreibergesellschaft Autostrade per l'Italia beteiligt, sondern gehört auch zu den Versicherern des Bauwerks. Beim Einsturz der Autobahnbrücke waren mindestens 41 Menschen getötet worden.

rei/Reuters/dpa

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