Samstag, 21. September 2019

Studie: So zufrieden sind die Deutschen mit ihren Jobs Nur jeder Dritte würde seinen Arbeitgeber weiterempfehlen

Spaß an der Arbeit: Das wird vor allem für jüngere Arbeitnehmer immer wichtiger

Zu wenig Geld, kein Lob vom Chef: In vielen deutschen Büros herrscht Unzufriedenheit. Nur jeder Dritte würde seinen Freunden raten, bei seinem aktuellen Arbeitgeber anzufangen, hat eine aktuelle repräsentative Studie ergeben. Knapp jeder Fünfte der Befragten sucht schon aktiv nach einem neuen Job, der besser bezahlt wird. Bei 15 Prozent sorgt nicht das Geld, sondern mangelnde Wertschätzung für Frust: Sie haben das Gefühl, dass ihre Leistungen im Job nicht anerkannt werden. Für die Studie wurden mehr als 1000 Bundesbürger befragt.

In Zeiten des demografischen Wandels und des Fachkräftemangels stellen unzufriedene Mitarbeiter für Arbeitgeber eine wachsende Herausforderung dar. Schon heute sehen laut Bundeswirtschaftsministerium 61 Prozent der Unternehmen den Mangel an qualifizierten Arbeitnehmern als Risiko an. "Deutschland entwickelt sich immer mehr zu einem Arbeitnehmermarkt, in dem die Fachkräfte sich das Unternehmen aussuchen, das zu ihnen passt", sagt Frits Scholte, Vorsitzender der Geschäftsführung der Manpower Group Deutschland, die die Studie in Auftrag gegeben hat. "Es ist leichter, wertvolle Mitarbeiter zu halten, als neue anzuwerben." Um die Zufriedenheit zu steigern, helfe oft schon etwas Anerkennung vom Chef: Scholte rät deswegen, engen Kontakt mit den Mitarbeitern zu pflegen, und beispielsweise regelmäßige Personalgespräche zu führen.

Wenn die Arbeit krank macht

Nicht nur die eigentliche Arbeit, sondern auch der Stellenwert im eigenen Leben wird für Arbeitnehmer bekanntlich immer stärker zu Thema. Schon nächstes Jahr werden Millennials - also die Geburtsjahrgänge 1982-1996 - weltweit mehr als ein Drittel der berufstätigen Bevölkerung stellen. Das bedeutet für Unternehmen eine Umstellung: Diese Gruppe achtet mehr auf eine Work-Life-Balance als frühere Generationen.

Wie die Millenials ticken, hören Sie hier im manager magazin Podcast

Zu Recht, wie die Studie impliziert: 30 Prozent der Befragten fühlen sich nach eigener Aussage häufig erschöpft und müde. Um ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Beruf und Freizeit zu schaffen, treibt fast die Hälfte Sport oder geht anderen Hobbys nach. Und ein Viertel macht einfach mal das Handy aus, um in der Freizeit abzuschalten. "Work-life-Balance ist in aller Munde. Aber im breiten Durchschnitt der Arbeitgeber hat das Angebot in den vergangenen Jahren nicht deutlich zugenommen", kritisiert Scholte den Status-Quo. "Laut Studie werden die vereinbarten Arbeitszeiten aktuell sogar seltener eingehalten als noch vor ein paar Jahren."

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