Spekulation um Kapitalspritze Arabische Fluglinie Etihad vor Großeinstieg bei Alitalia

Der italienischen Luftgesellschaft ringt derzeit um eine dringend benötigte Kapitalerhöhung. Jetzt kommt Bewegung in die Verhandlungen. Denn die arabische Airline Etihad will offenbar bei den Italienern einsteigen. Erfahrung hat Etihad mit einem solchen Modell schon in Deutschland gesammelt.
Bald in arabischem Besitz? Etihad hatte offenbar Interesse an Alitalia

Bald in arabischem Besitz? Etihad hatte offenbar Interesse an Alitalia

Foto: DAMIEN MEYER/ AFP

Rom/Abu Dhabi - Der strauchelnden Fluggesellschaft Alitalia winkt nun offenbar doch Hilfe vom arabischen Air-Berlin-Partner Etihad. Die Fluggesellschaft aus dem Emirat Abu Dhabi wolle Alitalia  mit rund 300 Millionen Euro frischem Kapital unter die Arme greifen, berichtet die Nachrichtenagentur Bloomberg unter Berufung auf mit der Sache vertraute Personen.

Die Araber würden damit größter Anteilseigner der einstigen italienischen Staatsfluglinie. Allerdings gebe es noch andere mögliche Partner. Den Insidern zufolge befinden sich die Verhandlungen in einem fortgeschrittenen Stadium. Es gebe jedoch noch keine endgültige Entscheidung. Beide Unternehmen lehnten eine Stellungnahme ab.

Kehrtwende des Etihad-Chefs?

Noch im September hatte Etihad-Chef James Hogan eine Kapitalspritze für die Italiener klar ausgeschlossen. "Ob wir in Alitalia investieren? Die Antwort darauf ist: nein", hatte der Manager damals bei einem Kongress in Köln gesagt. Der größte Anteilseigner von Alitalia, die französisch-niederländische Air France-KLM , hatte eine Beteiligung an der von der italienischen Fluglinie benötigten Kapitalerhöhung abgelehnt. Die gesamte Kapitalerhöhung soll sich auf 300 Millionen Euro belaufen und von privaten Investoren, den Banken Unicredit  und Intesa Sanpaolo  sowie der staatlichen Post gesichert sein. Hinzukommen sollen Kredite im Volumen von 200 Millionen Euro. Eine Vollzugsmeldung steht aber noch aus.

Auch Etihad wartet den Insidern zufolge auf den Ausgang der Kapitalerhöhung. In der Zwischenzeit nehme das Unternehmen bereits die Finanzen der schwer angeschlagenen Airline unter die Lupe und rechne ein Gebot durch. Alitalia benötigt nach jahrelangen Verlusten frisches Geld. Zwischenzeitlich drohte dem Unternehmen bereits die Einstellung des Flugbetriebs. Branchenkennern zufolge kann das Unternehmen alleine nicht überleben und braucht dringend einen strategischen Partner.

Etihad hat damit Erfahrung. Vor rund zwei Jahren spendierte das Unternehmen auch der angeschlagenen Air Berlin  eine Finanzspritze und eine neue Kreditlinie und stieg dabei zum größten Aktionär der zweigrößten deutschen Fluglinie auf. Auch an anderen Gesellschaften wie der irischen Aer Lingus  hat sich Etihad beteiligt. Die Araber bauen sich auf diese Weise ein Zubringernetz für ihre Langstreckenflüge auf.

krk/dpa
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