Samstag, 25. Mai 2019

Bericht über Apple-Warnung an Zulieferer Weniger iPhones, mehr Boni für den Chef

Apples "langfristige Gesundheit" und die "Produkt-Pipeline" seien jedoch nie besser gewesen, versucht Apple-Chef Tim Cook die Sorgen von Anlegern zu zerstreuen

Die Nachfrage nach den neuen iPhone-Modellen des Technologiekonzerns Apple bleibt offenbar mau. Apple habe seine Zulieferer angewiesen, die Produktion für das kommende Quartal um rund 10 Prozent zu drosseln, berichtet die japanische Zeitung "Nikkei" am Mittwoch unter Berufung auf mit der Sache vertraute Quellen.

Die Anweisung habe Apple bereits vor der jüngsten Umsatzwarnung aus der vergangenen Woche gegeben, hieß es. Betroffen sind die drei neuesten Modellreihen vom günstigsten Modell XR bis zum Topmodell XS Max.

Dem Bericht zufolge ist es damit das zweite Mal innerhalb weniger Monate, dass Apple seine iPhone-Prognose zurückfährt. So erwarte der Konzern für das März-Quartal ein Produktionsvolumen von 40 bis 43 Millionen iPhones nachdem er zuvor 47 bis 48 Millionen prognostiziert hatte. Das wäre deutlich weniger als die im Vorjahreszeitraum verkauften 52,2 Millionen, so der Bericht. Das Unternehmen äußerte sich zunächst nicht dazu.

Apple Börsen-Chart zeigen hatte jüngst einräumen müssen, dass das Weihnachtsgeschäft deutlich schlechter lief als erwartet. Der iPhone-Konzern hatte die Umsatzprognose für die vergangenen drei Monate gesenkt und damit die Aktionäre geschockt.

Tim Cook verdiente im letzten Geschäftsjahr 22 Prozent mehr

Das alles hinterlässt beim Gehalt von Apple-Vorstandschef Tim Cook noch keine Spuren. Im Gegenteil: Im Ende September abgelaufenen vergangenen Geschäftsjahr hat Cook gut ein Fünftel mehr Gehalt bezogen. Der Top-Manager bekam 15,7 Millionen Dollar (13,7 Millionen Euro) und strich damit 22 Prozent mehr Geld ein als im Vorjahr, wie Apple am Dienstag (Ortszeit) mitteilte.

Damit steigerte er seine Einnahmen das zweite Jahr in Folge. Grund war vor allem ein zwölf Millionen Dollar schwerer Bonus, der mit dem Erreichen bestimmter Finanzziele verknüpft war.

In einem am Dienstag ausgestrahlten Interview des US-Finanzsenders CNBC bemühte sich Cook nun, größere Bedenken hinsichtlich des Aktienkurses zu zerstreuen. Die Märkte reagierten kurzfristig "recht emotional", antwortete er auf eine Frage nach den jüngsten Kursverlusten der Aktie. Apples "langfristige Gesundheit" und die "Produkt-Pipeline" seien jedoch nie besser gewesen, so Cook. Auch hinsichtlich der Gespräche zwischen den USA und China im Handelsstreit sei er "sehr optimistisch"

rei/dpa/dpa-afx

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