Mittwoch, 27. Mai 2020

Zulieferer sehen Produktionsziele in Gefahr Coronavirus könnte Start von Apples Billig-iPhone gefährden

Apple-Shop in China: Zulieferer warnen vor möglichen Auswirkungen des Coronavirus

Apple hat sich viel vorgenommen für das erste Halbjahr. Der iPhone-Konzern will in den ersten sechs Monaten dieses Jahres die Produktion seiner Smartphones um etwa 10 Prozent steigern. Das ginge aus Anweisungen des Managements an die seine Zulieferer hervor, berichtet die Nikkei Asian Review unter Berufung auf Insider.

So sollten sich die Zulieferer auf bis zu 80 Millionen zu produzierende iPhones einstellen - 65 Millionen Einheiten von Modellen, die bereits auf dem Markt sind und weitere 15 Millionen Einheiten von einem neuen Niedrigpreismodell, das Apple im März vorstellen wolle, heißt es in dem Bericht.

Die Zulieferer, von denen die allermeisten Fertigungszentren in China betreiben, warnten allerdings davor, dass die ehrgeizigen Pläne durch den Ausbruch des Coronavirus gebremst oder gar vereitelt werden könnten. Führungskräfte von Apple-Zulieferern würden von "massiven Unsicherheiten und Herausforderungen" für die Produktion durch das neue Virus sprechen. Besorgt hatte sich dem Bericht zufolge auch Foxconn-Gründer Terry Gou geäußert.

Die chinesischen Behörden, die die Provinz Hubei quasi hermetisch abgeriegelt haben, erklärten am frühen Dienstag, dass das SARS-ähnliche Virus bisher 106 Todesopfer auf dem Festland gefordert habe, wobei mehr als 4500 Fälle bestätigt wurden. Britische und US-amerikanische Wissenschaftler erwarten jedoch, dass das Virus bis Dienstag nächster Woche bis zu 190.000 Menschen infiziert haben könnte.

Die Produktion des Niedrigpreismodells soll anderen Berichten zufolge spätestens in der dritten Februar-Woche beginnen. Apples Vorstoß soll den Verkauf in den Schwellenländern ankurbeln und dürfte auch der Erkenntnis geschuldet sein, dass die hochpreisigen Smartphones von Apple Käuferschichten zusehends abschreckten.

Konzern-Chef Tim Cook selbst hatte nach zwei rückläufigen Quartalen im ersten Halbjahr 2019 eingeräumt, dass sich die Käufer angesichts der harten Konkurrenz zum Beispiel durch Huawei und Xiaomi preissensitiver verhielten.

Bauen sollen das Billig-iPhone der taiwanesische Auftragshersteller Hon Hai Precision Industry (Foxconn) sowie die Zulieferer Pegatron und Wistron berichtete Bloomberg vor wenigen Tagen. Das voraussichtlich mit einem 4,7-Zoll-Bildschirm ausgestattet Modell ist das erste preiswertere iPhone seit dem iPhone SE. Es soll dem iPhone 8 in der Version ab 2017 sehr ähneln. Das iPhone 8 ist immer noch auf dem Markt und wird derzeit für 449 Dollar verkauft, berichtet Bloomberg.

Der Wert der Apple-Aktie Börsen-Chart zeigen hatte sich in den zurückliegenden 12 Monaten mehr als verdoppelt. Sie markierte am 24. Januar ihr vorläufiges Rekordhoch bei rund 324 Dollar, fiel mit dem immer weitere Kreise ziehenden Coronavirus aber ab und war am Montag 3 Prozent schwächer bei knapp 309 Dollar aus dem Handel gegangen.

Apple wird am heutigen Dienstag nach Börsenschluss seinen Bericht für das erste Quartal vorlegen.

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