Montag, 14. Oktober 2019

Weihnachtseinkauf ohne zusätzliche Zölle Trump hilft Apple - aber nur ein bisschen

Apples iPhone bleibt im Weihnachtsgeschäft vom Zusatzzoll verschont - die Kopfhörer AirPods.jedoch nicht
SPIEGEL ONLINE
Apples iPhone bleibt im Weihnachtsgeschäft vom Zusatzzoll verschont - die Kopfhörer AirPods.jedoch nicht

US-Präsident Donald Trump will im Handelsstreit mit China das eigene Risiko begrenzen. Ab September sollen für zahlreiche Importe aus China zusätzliche Zölle in Höhe von 10 Prozent gelten: Da Trump jedoch realisiert hat, dass er damit den Weihnachtseinkauf für seine Wähler deutlich verteuert, hat die US-Regierung kurzentschlossen zahlreiche elektronische Produkte von den Zöllen ausgenommen - zumindest bis Mitte Dezember, wenn das Christmas-Shopping abgeschlossen ist.

Einer der größten Profiteure dieses Aufschubs ist Apple. Der US-Konzern lässt seine iPhones, MacBooks und iMacs in China fertigen: Ein zusätzlicher Strafzoll in Höhe von 10 Prozent hätte entweder die Produkte zur Weihnachtszeit deutlich verteuert oder aber die Gewinnmargen von Apple angeknabbert. Nun kann Apple-Chef Tim Cook durchatmen: Die Aktie von Apple Börsen-Chart zeigen legte kurz nach der Ankündigung Trumps dann auch bis zu 5 Prozent zu und kletterte wieder deutlich über die Marke von 200 US-Dollar pro Aktie.

Allerdings bleibt für Apple ein kleiner Wermutstropfen. Ausgerechnet die Produkte, die Apple in den vergangenen Monaten dabei geholfen haben, die hohe Abhängigkeit vom Verkaufserfolg des iPhone zu reduzieren, finden sich nicht auf der Ausnahmen-Liste und werden folglich ab September mit dem zusätzlichen Zoll belegt. Das gilt für Apples Bestseller AirPods, für die Apple Watch sowie für den HomePod: Wer in den USA AirPods zu Weihnachten verschenken will, sollte seine Einkäufe bereits im August tätigen - oder einen Preisaufschlag riskieren.

Produkte wie Smartwatches und Fitness-Tracker waren im vergangenen Jahr von Strafzöllen noch ausgenommen - doch Trump würde seine Glaubwürdigkeit verlieren, wenn die Liste seiner Ausnahmen zu lang würde. Schließlich hat er erst vor wenigen Tagen lautstark einen harten Kurs gegen China angekündigt: Nur die Folgen für den eigenen Wahlkampf sollen möglichst kaum spürbar sein. Management und Aktionäre von Apple dürften diese Flexibilität Trumps durchaus begrüßen.

la/mmo

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