Freitag, 15. November 2019

Bieterwettstreit AMS legt bei Osram-Offerte ein Schüppchen drauf

Osram-Zentrale in München: Um den Leuchtmittelspezialisten ist ein Wettbieten entbrannt.

Der österreichische Chip- und Sensor-Hersteller AMS legt im Kampf um den Münchner Lichtkonzern Osram nach. AMS erhöhte am Freitag sein Übernahmeangebot um 2,50 Euro auf 41 Euro je Osram-Aktie, insgesamt also 4,5 Milliarden Euro.

Das Unternehmen aus Premstätten bei Graz reagiert damit auf die Ankündigung der Finanzinvestoren Bain Capital und Advent, in den nächsten Wochen ein neues Angebot für Osram vorzulegen. Dieses sollte einen "bedeutenden Aufschlag" auf die bisher von AMS offerierten 38,50 Euro vorsehen.

AMS hat als zusätzlichen Finanzier für das als "endgültig" bezeichnete Angebot die Bank of America Merrill Lynch gewonnen, die zusammen mit der UBS und HSBC die Kredite für die Übernahme bereitstellen will. Zur Refinanzierung planen die Österreicher eine Kapitalerhöhung um 1,6 Milliarden Euro, 100 Millionen Euro mehr als bisher vorgesehen.

Die Annahmefrist für die Osram-Aktionäre ende wie geplant am kommenden Dienstag (1. Oktober), erklärte AMS. Auch wenn mache womöglich mit einer Verlängerung der Frist gerechnet haben mögen, die Bafin stelle am Freitag klar, dass die Aktionäre weiterhin bis kommenden Dienstag Zeit hätten, die erhöhte Übernahmeofferte von AMS anzunehmen. Die Angebotsfrist verlängere sich durch die Anhebung auf 41 Euro je Osram-Aktie nicht, sagte eine Sprecherin der Wertpapieraufsicht Bafin.

Der österreichische Chipkonzern hat einen Trick angewandt: AMS hat eine Osram-Aktie für 41 Euro gekauft - damit haben alle anderen Aktionäre automatisch Anspruch auf den gleichen Betrag, ohne dass das Übernahmeangebot dafür offiziell geändert werden muss. Bei einer Änderung des Angebotsprospekts hätte sich die Frist um zwei Wochen bis zum 15. Oktober verlängert.

cr/rtr

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