Sonntag, 31. Mai 2020

US-IT-Riesen strotzen vor Kraft Cloud-Geschäft hebt Amazon-Gewinn auf Rekordniveau

Amazon-Chef Jeff Bezos: Up, up and away

Nach Facebook vermelden auch die Google-Mutter Alphabet und der Online-Verkaufsriese Amazon Rekordgewinne. Bei Amazon sorgt vor allem das Cloud-Geschäft für Schub. Die Amazon-Aktie steigt weiter.

Amazon hat dank brummender Geschäfte mit Cloud-Diensten im zweiten Quartal einen weiteren Rekordgewinn verbucht. Der Überschuss kletterte im Jahresvergleich von 92 auf 857 Millionen Dollar (derzeit etwa 774 Mio Euro), wie der weltgrößte Online-Händler am Donnerstag nach US-Börsenschluss am Firmensitz in Seattle mitteilte. Damit wurde bereits im dritten aufeinanderfolgenden Quartal eine Bestmarke aufgestellt.

Fünf Quartalsgewinne in Folge - Bezos verwöhnt Aktionäre

Fünf Mal in Serie legte das Unternehmen von Tech-Milliardär Jeff Bezos nun bereits schwarze Quartalszahlen vor - das hat es bei Amazon seit 2012 nicht gegeben. Bezos hatte immer mal wieder durch hohe Investitionen für negative Quartalsergebnisse gesorgt und sich von der Wall Street nie unter Druck setzen lassen, künftig regelmäßig Dividenden zu zahlen.

Die Erwartungen der Analysten konnte das Unternehmen im zweiten Quartal auch beim Umsatz deutlich übertreffen: Die Erlöse legten um 31 Prozent auf 30,4 Milliarden Dollar zu. Für das dritte Quartal stellte Amazon einen weiteren Anstieg auf 31,0 bis 33,5 Milliarden Dollar in Aussicht.

Rechenleistung aus dem Netz: Cloud-Sparte AWS starker Gewinntreiber

Einen wesentlichen Teil zu den jüngsten Erfolgen trägt die unter dem Kürzel AWS geführte Cloud-Sparte bei. Hier nahm der Umsatz zum Vorjahr von 1,8 auf 2,9 Milliarden Dollar zu. Das Geschäft ist hochprofitabel: Der operative Gewinn sprang von 305 auf 718 Millionen Dollar.

Amazon bietet Unternehmen Rechenleistung aus dem Netz, zu den Kunden zählen viele Start-ups und auch etablierte Firmen. Zuletzt expandierte Amazon mit AWS in Indien und konnte den SAP Börsen-Chart zeigen -Rivalen Salesforce als Klienten gewinnen.

Doch auch das US-Handelsgeschäft legte mit einem Anstieg des operativen Gewinns von 348 auf 702 Millionen Dollar im zweiten Quartal deutlich zu. Amazon punktet mit seinem Prime-Service, der unter anderem Zugang zu Musik- und Video-Streaming sowie kostenlosen Versand bei vielen Produkten bietet. Rote Zahlen schreibt indes weiter das internationale Handelsgeschäft, hier verringerte sich der Quartalsverlust aber immerhin von 189 auf 135 Millionen Dollar.

Die Aktie stieg nachbörslich zunächst um knapp zwei Prozent und kletterte über die Marke von 750 Dollar. Binnen 12 Monaten hat die Aktie rund 43 Prozent an Wert gewonnen. Amazon stellte für das laufende Quartal ein operatives Ergebnis in einer sehr breiten Spanne, zwischen 50 und 650 Millionen Dollar, in Aussicht.

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la/dpa/reuters

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