Mittwoch, 13. November 2019

Aktie knickt ein Amazon enttäuscht mit Gewinn und Ausblick

Weniger Umsatz im zentralen Weihnachtsgeschäft: Dieser Ausblick passt Amazon-Aktionären gar nicht.

Sind das die Vorboten dafür, dass der anhaltende Handelsstreit jetzt auch die Verbraucher in den USA belastet? Der weltgrößte Online-Händler Amazon jedenfalls rechnet mit einem deutlich schwächeren Geschäft im wichtigen Schlussquartal als Börsenexperten. Anleger in den USA zeigten sich überrascht: Die Aktie von Amazon Börsen-Chart zeigen verlor am Donnerstag nachbörslich in der Spitze 9 Prozent an Wert.

Für den Zeitraum, in den Thanksgiving und Weihnachten fallen, stellte Amazon am Donnerstagabend (Ortszeit) in den USA Nettoerlöse in der Spanne von 80 bis 86,5 Milliarden Dollar in Aussicht. Analysten erwarteten bislang im Schnitt einen Umsatz von 87,37 Milliarden Dollar.

Während der Feiertage erzielen zahlreiche Einzelhändler in der Regel einen Großteil ihrer Umsätze und ihrer Gewine. Der Ausblick schürt auch Sorgen, dass der anhaltende Handelsstreit zwischen den USA und China Einzelhändler zunehmend belastet.

Gewinn im dritten Quartal enttäuscht

Der Nettogewinn im abgelaufenen dritten Quartal enttäuschte die Analysten ebenfalls. Amazon hat im dritten Quartal trotz boomender Einkäufe im Internet und florierender Cloud-Dienste erheblich weniger verdient. Hohe Ausgaben ließen den Nettogewinn verglichen mit dem Vorjahreswert um knapp 28 Prozent auf 2,1 Milliarden Dollar (1,9 Milliarden Euro) sinken. Es war das erste Mal seit 2017, dass Amazons Quartalsgewinn im Jahresvergleich sank. Analysten hatten mit einem höheren Gewinn gerechnet.

Amazon-Chef Jeff Bezos war früher bekannt dafür, starkes Wachstum mit hohen Ausgaben zu forcieren, doch in den vergangenen Jahren hat sich der Konzern eigentlich zu einer zuverlässigen Gewinnmaschine entwickelt. Nun wartet Amazon schon das zweite Quartal in Serie mit hohen Kosten und weitaus weniger Überschuss als angenommen auf. Zuvor hatte es vier Vierteljahre mit Rekordgewinnen in Folge gegeben

Dabei konnte der Bezos-Konzern die Prognosen beim Umsatz übertreffen. Er stieg um fast ein Viertel auf knapp 70 Milliarden Dollar. Die Experten waren von 68,81 Milliarden Dollar ausgegangen.

Cloud-Wachstum flaut ab

Das lukrative Cloud-Geschäft mit IT-Diensten und Speicherplatz im Internet brummt derweil zwar weiter, das Wachstum flaut aber zunehmend ab. Im jüngsten Quartal stiegen die Einnahmen der Web-Plattform AWS, die Cloud-Services an Firmen verkauft, um 35 Prozent auf knapp neun Milliarden Dollar. Verfolger Microsoft hatte am Vortag ein Umsatzplus von 59 Prozent für sein Konkurrenzangebot Azure bekanntgegeben. Amazon verbuchte zuletzt zudem einen starken Ausgabenanstieg um knapp 14 Milliarden Dollar im Jahresvergleich.

Das dritte Quartal ist traditionell kostenintensiv, weil das Weihnachtsgeschäft und das Shopping-Spektakel rund um Thanksgiving mit den Rabattschlachten "Black Friday" und "Cyber Monday" vorbereitet werden. Amazon investiert außerdem massiv in seine Versandlogistik, um "Prime"-Kunden das Versprechen von Lieferungen innerhalb von 24 Stunden zu erfüllen. Im letzten Vierteljahr will der Konzern alleine für diesen Kraftakt rund 1,5 Milliarden Dollar in die Hand nehmen, wie Finanzchef Brian Olsavsky in einer Konferenzschalte nach Vorlage der Quartalszahlen sagte

rei/Reuters/dpa

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