Angeschlagener Küchenhersteller Investor Hastor tauscht Alno-Chef aus

Seitdem Tahoe Investors - hinter dem die bosnische Unternehmerfamilie Hastor steht - Großaktionär beim Küchenhersteller Alno ist, dreht sich dort das Personalkarussell. Jetzt legt Vorstandschef Max Müller sein Amt nieder - auf ihn soll ein Tahoe-Mann folgen.
Alno-Chef Max Müller geht angeblich aus freien Stücken

Alno-Chef Max Müller geht angeblich aus freien Stücken

Foto: DPA

Der angeschlagene Küchenhersteller Alno bekommt einen neuen Vorstandschef. Max Müller habe mit Wirkung zum 31. Mai sein Amt niedergelegt, teilte das Unternehmen mit Sitz in Pfullendorf in Baden-Württemberg mit. Der Aufsichtsrat habe bereits den Abschluss eines Aufhebungsvertrages beschlossen. Auf Müller soll mit dem bisherigen Finanzvorstand Christian Brenner ein Vertreter des Alno-Großaktionärs Tahoe Investors folgen, hinter dem die bosnische Unternehmerfamilie Hastor steht.

Müller führte das Unternehmen seit April 2011. Im vergangenen März war sein Vertrag noch bis Ende 2018 verlängert worden. Gründe für den Rückzug des Vorstandschefs nannte ein Sprecher auf Nachfrage nicht - laut Mitteilung sprach Müller selbst von einer seit längerer Zeit geplanten Stabübergabe. Unstimmigkeiten mit dem Großaktionär habe es nicht gegeben, betonte der Sprecher. Müller bleibe dem Unternehmen weiterhin verbunden, unter anderem für Sonderprojekte, aber auch als Aktionär und Darlehensgeber. Auch zu Müllers Nachfolger Brenner wollte der Sprecher keine weiteren Details nennen.

Alno kämpft seit dem Börsengang 1995 mit Problemen - bis auf wenige Ausnahmen gab es jedes Jahr Verluste. Im ersten Halbjahr 2016 hatte das Unternehmen vor Steuern wieder rote Zahlen geschrieben. Für das Gesamtjahr hat Alno dazu noch keine Angaben gemacht.

Die bosnische Unternehmerfamilie Hastor, die unter anderem mit dem Versuch einer Machtübernahme beim bayerischen Autozulieferer Grammer für Schlagzeilen sorgt, hatte bei dem hoch verschuldeten Unternehmen vor einigen Monaten das Zepter übernommen. Zuletzt gab es mehrere Wechsel an der Alno-Spitze: So musste beispielsweise im Dezember 2016 die Finanzchefin Ipek Demirtas gehen, im Februar legte das Aufsichtsratsmitglied Henning Giesecke sein Amt nieder. Tahoe sicherte sich damals auch die Mehrheit in dem Gremium.

mg/dpa
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