Sonntag, 19. Mai 2019

Konzern verdient mehr als erwartet Allianz verwaltet 2,1 Billionen Euro - so viel wie nie zuvor

Konzernchef Oliver Bäte prognostiziert für das Jahr 2019 einen operativen Gewinn von bis zu 12 Milliarden Euro

Europas größter Versicherer hat im ersten Quartal wegen geringer Schäden mehr verdient als erwartet. Die Vermögensverwaltung mit den Töchtern Pimco und Allianz Global Investors verdient weniger, zieht aber viel frisches Geld an. Die Allianz verwaltet jetzt 2,1 Billionen Euro - so viel wie nie zuvor.

Geringere Schäden durch Stürme und andere Naturkatastrophen haben Europas größtem Versicherer Allianz zum Jahresauftakt einen überraschend starken Gewinnschub beschert. Im ersten Quartal erreichte der Dax-Konzern einen operativen Gewinn von 2,96 Milliarden Euro und damit 7,5 Prozent mehr als ein Jahr zuvor, teilte das Unternehmen am Dienstag mit.

Das war mehr als von Analysten im Schnitt erwartet. Vorstandschef Oliver Bäte sieht die Allianz Börsen-Chart zeigen damit auf gutem Weg, in diesem Jahr wie geplant einen operativen Gewinn von 11 bis 12 Milliarden Euro zu erzielen. Unter dem Strich stieg der Überschuss wegen geringerer Kapitalerträge lediglich um 2 Prozent auf 1,97 Milliarden Euro.

Als wichtigster Gewinnbringer erwies sich die größte Sparte des Konzerns, die Schaden- und Unfallversicherung. Sie profitierte davon, dass sich die Schäden durch Naturkatastrophen im Jahresvergleich mehr als halbierten. Ein Prämienwachstum von 6 Prozent, eben geringere Schäden und eine verbesserte Kostenquote resultierten in einem operativen Gewinnzuwachs von 14 Prozent. "Es zeigt, dass wir global gut aufgestellt sind" sagte Finanzvorstand Giulio Terzariol. Mit fast 1,5 Milliarden Euro erwirtschaftet die Allianz knapp die Hälfte des Gewinns in der Sachsparte.

Starke Sachsparte, Geschäft mit Lebensversicherungen unter Druck

Der Absturz eines Boeing-Jets von Ethiopian Airlines, das darauf folgende Flugverbot für die Maschinen des Typs und der Dammbruch an einer Eisenerz-Mine in Brasilien schlugen bei der Allianz zusammen mit rund 100 Millionen Euro zu Buche.

Die Lebensversicherung steht trotz eines deutlich größeren Neugeschäfts unter Druck. Die Allianz habe aber die sinkenden Margen aus Kapitalanlagen durch höhere Gebühren und Verwaltungskostenzuschläge infolge des steigenden Anlagevolumens wettgemacht. Das operative Ergebnis der Sparte verbesserte sich leicht auf 1,1 Milliarden Euro.

Vermögensverwaltung: Allianz verwaltet jetzt 2,1 Billionen Euro

Die Vermögensverwaltungs-Töchter Pimco und Allianz Global Investors zogen zwischen Januar und März fast 18 Milliarden Euro frisches Kapital an. Insgesamt verwaltet die Allianz damit 2,1 Billionen Euro, so viel wie noch nie.

"Dies ist ein gutes Vorzeichen für eine starke Ertragsentwicklung", so Terzariol. Im ersten Quartal bröckelte das operative Ergebnis der Sparte aber um 4 Prozent auf 573 Millionen Euro, unter anderem weil Pimco im Vorgriff auf die geplante Expansion mehr Personal einstellte.


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Der Versicherer strebt für das laufende Jahr ein operatives Ergebnis von elf bis zwölf (2018: 11,5) Milliarden Euro an. Die Experten erwarten einen Gewinn nahe dem oberen Ende der Spanne. Der Nettogewinn lag im ersten Quartal mit 2,0 Milliarden Euro nur leicht über Vorjahr, weil niedrigere Kapitalerträge außerhalb des Kerngeschäfts und höhere Steuern die operativen Zuwächse auffraßen.

rei/dpa

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