Freitag, 21. Juni 2019

Raus mit den Milliarden Allianz begeistert mit Dividenden-Garantie

"Hoffentlich Allianz versichert" lautet ein bekannter Werbespruch. Vielleicht hätte man doch lieber Aktien des Konzerns kaufen sollen? Der Versicherer verspricht seinen Aktionären eine nie mehr fallende Dividende

Allianz-Versicherte reiben sich verwundert die Augen, denn den Aktionären verspricht der Konzern, dass die Dividende nicht mehr fallen wird. Der Versicherer schwimmt in Geld - davon will er künftig mehr ausschütten, weil ihm nichts Besseres einfällt. Die Börse zeigt sich begeistert.

Frankfurt am Main - Den Allianz-Aktionären winken in den nächsten Jahren deutlich steigende Dividenden. Europas größter Versicherungskonzern will künftig die Hälfte des Nettogewinns an die Anteilseigner ausschütten, sinkende Dividenden soll es nicht mehr geben, wie der Konzern mitteilte.

Bisher hatte der Versicherer in der Regel 40 Prozent des Gewinns ausgeschüttet, 2013 waren das 5,30 Euro je Aktie. Außerdem sollen für Zukäufe reservierte Gelder, für die der Konzern keine Verwendung findet, alle drei Jahre ebenfalls an die Aktionäre ausgekehrt werden. Die Allianz reagiert damit auf ständige Forderungen von Fondsmanagern und Analysten, eine forschere Dividendenpolitik zu betreiben.

Selbst wenn der Nettogewinn bei 6,3 Milliarden Euro stagnieren würde, ergäbe sich aus der neuen Marschroute für 2014 eine Dividende von mindestens 6,60 Euro. Das ist deutlich mehr als von Analysten erwartet.

An der Börse kam der angekündigte große Kehraus angesichts offenbar fehlender Ideen einer besseren des Geldes gut an: Die Aktie der Allianz Börsen-Chart zeigen zog als Spitzenreiter im am Vormittag um rund 5 Prozent an.

Allianz hält mögliche Übernahmeziele für zu teuer

Der Allianz sind die meisten zum Verkauf stehenden Versicherer zu teuer geworden. Der Markt habe sich von einem Käufer- zum Verkäufermarkt entwickelt, sagte Finanzvorstand Dieter Wemmer am Freitag in einer Telefonkonferenz. Verkäufer könnten derzeit exorbitante Preise erzielen, "für die Käufer sind diese Preise uninteressant", sagte Wemmer. Die Allianz hat 20 Prozent ihres Nettogewinns für Zukäufe reserviert. In diesem Jahr sei das Budget aber bei weitem nicht ausgeschöpft, sagte Wemmer.

Künftig sollen ungenutzte Teile dieses Budgets alle drei Jahre an die Aktionäre verteilt werden. An Zukäufen gehindert werde der Versicherer dadurch nicht, sagte Wemmer. Übersteige ein attraktives Zukaufsobjekt dieses Budget, könne die Allianz immer noch den Finanzmarkt anzapfen.

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