Freitag, 6. Dezember 2019

Börsengang des Online-Riesen Trotz der Proteste in Hongkong - Alibaba will 14 Milliarden Dollar erlösen

Alibabas Hauptquartier am 11.11.2019 - an diesem Tag findet traditionell das Shopping-Event "Singles' Day" statt

Der chinesische Amazon-Rivale Alibaba will bei seinem Zweit-Börsengang am Börsenplatz Hongkong umgerechnet bis zu 12,5 Milliarden Euro einnehmen. Der Konzern teilte am Freitag mit, er biete bis zu 575 Millionen Aktien zu je 188 Hongkong-Dollar an. Das könnte bis zu 14 Milliarden US-Dollar in seine Kassen spülen. Im Vorfeld war mit mehr gerechnet worden. Noch am Mittwoch etwa hatte die "South China Morning Post", die zu Alibaba gehört, von einem Ziel bis zu 15 Milliarden Dollar berichtet. Doch angesichts der fortdauernden Proteste in der Finanzmetropole will Alibaba offenbar nicht riskieren, dass der Börsengang floppt.

Die fortdauernden politischen Unruhen und Protestmärsche in Hongkong hinterlassen bereits ihre Spuren am Finanzmarkt: Der Hang-Seng-Index in Hongkong hat in dieser Woche knapp 5 Prozent an Wert verloren. Das ist der größte Wochenverlust seit 3 Monaten.

Der Börsengang in Hongkong wird Alibabas zweiter: Der Konzern ist bereits in New York gelistet. Eigentlich wollte Alibaba schon im Sommer an die Hongkonger Börse gehen, sah dann aber angesichts der Proteste in Hongkong und des Handelskonflikts mit den USA zunächst davon ab.

Mit dem Börsengang in Hongkong entspricht Alibaba auch den Wünschen der Regierung. Peking ermuntert die großen Tech-Unternehmen des Landes immer wieder, in China an die Börse zu gehen. Geplant ist eine Technologiebörse in Shanghai nach dem Vorbild der US-Börse Nasdaq.

Die Aktie soll nun ab dem 26. November in der von Protesten erschütterten Finanzmetropole gehandelt werden, heißt es in Unterlagen für den Börsengang.

Es wurde im Vorfeld erwartet, dass die Aktien in Hongkong im Vergleich zu der US-Notierung mit einem Abschlag von fünf Prozent angeboten werden. Alibaba hatte darauf gesetzt, dass das weltgrößte Shopping-Event im Internethandel, der sogenannte Singles Day am Montag, den Kurs in New York anschiebt. Alibaba setzte dabei in 24 Stunden 38,4 Milliarden Dollar um und damit mehr als Amazon mit Internetverkäufen in einem ganzen Quartal. Da das aber mit dem niedrigsten Zuwachs seit Einführung der Rabattschlacht einherging, bewegte sich der US-Kurs nicht von der Stelle. Alibaba hatte 2014 mit dem Börsengang in New York mit Einnahmen von 25 Milliarden Dollar bereits den weltweit größten Börsengang hingelegt.

la/dpa

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