Air-Algérie-Maschine abgestürzt Vier Deutsche an Bord der vermissten Maschine

Schwierige Wochen für Fluggesellschaften: Nach Unglücken in der Ukraine und auf Taiwan ist nun eine Maschine in Westafrika abgestürzt. Das Flugzeug von Air Algérie sei in Zentralmali verunglückt. An Bord waren etwa 120 Menschen, darunter auch vier Deutsche.
Abgestürzt: Eine Swiftair-Maschine des Herstellers McDonnell Douglas (Archivbild vom Federica-Garcia-Lorca-Granada-Jaen-Flughafen bei Granada) - Air Algerie hatte das Flugzeug von der spanischen Swiftair gemietet

Abgestürzt: Eine Swiftair-Maschine des Herstellers McDonnell Douglas (Archivbild vom Federica-Garcia-Lorca-Granada-Jaen-Flughafen bei Granada) - Air Algerie hatte das Flugzeug von der spanischen Swiftair gemietet

Foto: epa efe Juen Ferreras/ dpa

Algier - Eine Maschine der algerischen Fluggesellschaft Air Algérie mit etwa 120 Menschen an Bord ist vermutlich über dem westafrikanischen Krisenland Mali abgestürzt. Das sagte ein Vertreter der dortigen UN-Mission der Nachrichtenagentur dpa. Von der Maschine fehlte bis zum frühen Donnerstagabend noch jede Spur.

Nach Angaben der Airline war die Maschine auf dem Weg von Ouagadougou (Burkina Faso) in die algerische Hauptstadt Algier. 50 Minuten nach dem Start sei der Kontakt zu Flug AH5017 abgebrochen.

An Bord der vermissten algerischen Passagiermaschine haben sich nach Angaben der Fluggesellschaft auch vier Deutsche befunden. Wie Air Algérie am späten Nachmittag mitteilte, waren in der Maschine nach vorläufigen Erkenntnissen unter anderem auch 50 Franzosen, 24 Burkiner, acht Libanesen, jeweils sechs Algerier und Spanier, fünf Kanadier sowie zwei Luxemburger.

Nach Angaben des Kommandeurs der UN-Mission in Mali, Brigadegeneral Koko Essien, verunglückte die Maschine im Zentrum des Landes zwischen den Städten Gao und Tessalit. Der algerische Ministerpräsident Abdelmalek Sellal machte eine ähnliche Ortsangabe. Er sagte lokalen Medien zufolge, die Maschine sei in der Gao-Region, rund 500 Kilometer vor der algerischen Grenze verschwunden. Den letzten Kontakt habe es mit einem Kontrollturm im Niger gegeben.

Flugzeug gehört eigentlich Swiftair

Das Flugzeug des Typs MD83 gehört der privaten spanischen Gesellschaft Swiftair und ist nach Angaben des Unternehmens von der algerischen Airline gechartert worden. Die sechs Besatzungsmitglieder an Bord sind demnach Spanier. Nach algerischen Angaben waren insgesamt 119 Menschen an Bord, darunter eine siebenköpfige Crew.

Swiftair verfügt nach eigenen Angaben über eine Flotte von 30 Maschinen und beschäftigt 400 Mitarbeiter. Sie verchartert ihre Flugzeuge an Unternehmen, Behörden, internationale Organisationen und an andere Fluglinien. Die Flugzeuge der Firma sind demzufolge in Europa, Afrika und Nahost im Einsatz.

Frankreichs Außenministerium richtete ein Krisenzentrum ein. Verkehrsstaatssekretär Frédéric Cuvillier ging davon aus, dass zahlreiche Franzosen an Bord der Maschine waren. Pariser Medien berichteten unter Berufung auf einen Air-Algérie-Mitarbeiter in Burkina Faso, von 50 französischen Passagieren. Die Regierung in Paris schickte zwei im Tschad stationierte Militärjets vom Typ Mirage 2000 auf die Suche nach dem Flugzeug.

Absturz in einem früher umkämpften Gebiet

Frankreich unterhält in dem zentralafrikanischen Staat eine Militärbasis, ist aber auch in Mali seit eineinhalb Jahren federführend an einem Anti-Terror-Einsatz gegen aufständische Islamisten beteiligt. Das Absturzgebiet soll innerhalb der früher stark umkämpften Zone liegen.

Frankreichs Verteidigungsminister Jean-Yves Le Drian hatte erst vor kurzem angekündigt, dass die Ziele der im Januar 2013 begonnenen Operation "Serval" in Mali erfüllt seien. Sie soll in Kürze durch den Aufbau einer grenzüberschreitenden Antiterror-Truppe für Afrika ersetzt werden. Zuletzt waren noch rund 1700 französische Soldaten in Mali im Einsatz.

luk/rei/dpa/ap/rtr
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.