Sonntag, 26. Mai 2019

Aldi, Oetker et cetera - Typologie der Familien-Dynastien Die fünf gefährlichsten Konflikte in Familienunternehmen

Mitunter rührend: Der Oetker-Clan, hier August Oetker mit seiner dritten Ehefrau Nina, ringt um die richtige familieninterne Aufteilung der Macht.

5. Teil: Stammesfehden

Komplexer werden die Konflikte, wenn in "reifen" Familienunternehmen ganze Gesellschafter-Gruppen aufeinanderprallen. Dazu genügt es bereits, dass es zwei Stämme gibt, die jeweils die Hälfte am Unternehmen halten. Aus dem ursprünglichen Geschwisterkonflikt wird so in der nächsten Generation die Stammesfehde. Die immer wieder aufflackernden Unstimmigkeiten zwischen den beiden Porsche- und Piëch-Clans um die Richtung und das Führungs-Personal bei Volkswagen mögen hier als abschreckendes Beispiel dienen.

Stammesfehden beruhen manchmal auch darauf, dass ein Patriarch Kinder aus unterschiedlichen Ehen hinterlässt. Seit Jahren tobt ein solcher Konflikt unter den Nachkommen von Wilhelm von Finck Senior. Zwei Nachkommen aus erster Ehe streiten mit einem Halbbruder um wesentliche Teile eines der einst größten Vermögen der Republik. Auch die Schlagzeilen aus dem Hause Oetker rühren von dem Grundkonflikt, dass sich Nachkommen aus unterschiedlichen Ehen oft nicht grün sind und sich gegenseitig ihre Erbteile oder Führungsfunktionen wie Vollhafter oder Beiratsvorsitzender neiden.

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