Mittwoch, 18. September 2019

Zoff unter Aktionären Braun will 25 Prozent an Rhön-Klinikum

Rhön-Klinikum in Bad Neustadt: Braun will eine Übernahme durch Fresenius verhindern

Der Aktionärskrieg um Rhön-Klinikum geht in eine neue Runde: Der Medizintechnikkonzern B. Braun will seinen Anteil auf 25 Prozent aufstocken. Damit könnte eine dauerhafte Übernahme von Rhön durch Fresenius verhindert werden.

Frankfurt am Main - Der hessische Medizintechnikkonzern B. Braun will seine Beteiligung am fränkischen Klinikbetreiber Rhön-Klinikum kräftig ausbauen. B. Braun wolle 25 Prozent an Rhön-Klinikum erwerben, teilte das Bundeskartellamt auf seiner Webseite mit. Damit könnte B. Braun dauerhaft eine Übernahme von Rhön-Klinikum verhindern. "Wir gehen davon aus, dass das Vorhaben beim Bundeskartellamt intensiv geprüft werden wird", teilte Rhön-Klinikum in einer Stellungnahme mit.

B. Braun hatte sich im vergangenen Jahr bei Rhön-Klinikum mit einem größeren Anteilspaket in Stellung gebracht, als der Gesundheitskonzern Fresenius versuchte, den Klinikkonzern zu übernehmen. Der Versuch scheiterte aber. Rhön-Klinikum wird derzeit an der Börse mit 2,5 Milliarden Euro bewertet.

B.Braun hält bislang ebenso wie der Rhön-Konkurrent Asklepios 5 Prozent an der MDax-Gesellschaft. Diese Anteile nutzten beide Unternehmen zuletzt, um eine Übernahme von Rhön durch Fresenius zu verhindern.

Rhön droht juristische Blockade

Bislang reichte für die Blockade einer Rhön-Übernahme ein Anteil von 10 Prozent der Aktien plus eine Stimme. Doch auf der Hauptversammlung wurde diese Regelung gekippt. Nun beträgt die Sperrminorität wie bei anderen Unternehmen üblich 25 Prozent.

Gegen diesen Beschluss liegen allerdings mehrere Anfechtungsklagen vor. B.Braun und Asklepios wollen die Hürde erhalten und dadurch verhindern, dass mit einem Zusammenschluss von Rhön und Fresenius ein zu mächtiger Klinikbetreiber entsteht. B.Braun fürchtet, dass ein fusionierter Konzern die Preise drücken kann. Asklepios will wiederum selbst einen zu dominanten Konkurrent verhindern.

Zudem wurde Ende August bekannt, dass die Staatsanwaltschaft München I wegen des Vorwurfs der Marktmanipulation bei Rhön-Klinkum gegen mehrere Personen ermittelt. Die Anzeige sei von einem Anwalt wegen des Verstoßes gegen das Wertpapierhandelsgesetz und wegen versuchter Nötigung gestellt worden.

mahi/rtr/dpa

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