Dienstag, 26. Mai 2020

Weltgrößtes Luftschiff in England gestartet Der "fliegende Hintern" hebt tatsächlich ab

Abgehoben: Der Airlander 10 startet vom Cardington Airfield zu seinem Jungfernflug

Furore gemacht hat der "Airlander 10" bislang vor allem durch sein eigenwilliges Design. Vor allem die Frontansicht mit zweigeteilter Hülle brachte dem Luftschiff des britischen Herstellers Hybrid Air Vehicles den Beinamen "fliegender Hintern" ein.

Am Mittwochabend aber bot sich etlichen Schaulustigen am Cardington Airfield nahe der englischen Kleinstadt Bedford ein ganz anderes Bild. Von der Seite zeigte der Airlander außerhalb der Werkshalle seine volle Länge: 92 Meter, 15 Meter länger als der größte Jumbojet von Boeing Börsen-Chart zeigen. Und als das heliumgefüllte Gefährt abhob, wirkte es fast schon elegant.

Der Größenrekord macht den Jungfernflug zu einem wichtigen Ereignis für die Luftfahrtbranche. Welchen kommerziellen Zweck genau der Airlander erfüllen soll, steht noch gar nicht fest: Ursprünglich wurde die Mischung aus Luftschiff, Flugzeug und Hubschrauber als Überwachungsgerät für die US-Armee konstruiert. Hybrid Air Vehicles sieht aber auch eine Zukunft im Frachttransport oder sogar der Passagierluftfahrt für den Airlander.

Sonderlich schnell ist er mit knapp 150 km/h nicht, die Traglast von bis zu zehn Tonnen ist auch nicht rekordverdächtig. Dafür aber sollen die vier Dieselturbinen das ultraleichte Gefährt besonders lang in der Luft halten. Laut dem Hersteller sind Flüge von bis zu fünf Tagen möglich, unbemannt sogar mehr als zwei Wochen.

Für den Jungfernflug in der Dämmerung musste der Airlander sich jedoch mit einer halben Stunde begnügen. Für Nachtflüge ist er während der Testphase nicht zugelassen.

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