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Airlander: Die neue Hoffnung auf Mega-Luftschiffe

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"Airlander 10" vor Testflügen in England Das größte Luftschiff der Welt ... woran denken Sie?

Nun ja, die Form folgt der Funktion. Und das Design des Airlander 10, der dieser Tage in einer riesigen Halle im englischen Cardington für Testflüge im März vorbereitet wird, dient der sicheren Füllung mit großen Mengen Helium. In separaten Kammern, deren Wölbung zudem mehr Auftrieb verspricht. Und deren Zweiteilung zufällig, jedenfalls von vorn, so aussieht wie ... wie ... na, wie zwei Pobacken eben.

Der "Independent" hat Reaktionen aus sozialen Netzwerken  zusammengetragen, in denen unweigerlich diese Assoziation vorkommt.

Wenn die Ingenieure der Firma Hybrid Air Vehicles diesen Hintern hochbekommen, hat es aber durchaus ernsthafte wirtschaftliche Relevanz. Denn der Airlander soll das weltgrößte Luftschiff werden, mit einer Länge von 92 Metern. Und das geräumigste Fluggerät überhaupt, auch wenn das Volumen (das zum Großteil von den Gastanks ausgefüllt wird) eingefleischte Flugzeugfans kaum beeindrucken dürfte.

Zehn Tonnen Last, egal wohin, egal wie weit

Entscheidend sind andere Vorzüge. Das Luftschiff soll bis zu zehn Tonnen Güter transportieren können, und zwar über sehr lange Strecken. Es ist zwar deutlich langsamer als Flugzeuge, verbraucht dabei dank seiner Leichtigkeit nur ein Drittel des Treibstoffs, ist entsprechend sauberer, und kann Wochen statt nur Stunden ohne Zwischentanken in der Luft bleiben. Außerdem kann es senkrecht starten und landen, ob an Land oder zu Wasser, in der Wüste oder auf Eis - ohne teure Infrastruktur werden so auch entlegene Orte erreichbar.

Für die Flugdynamik nimmt das Gefährt mit seinen Flügeln auch Anleihen beim Flugzeug. Ebenso trägt das Fliewatüüt Propeller nach Art von Helikoptern. Das Ergebnis des Hybrids soll maximale Effizienz sein.

Diese Vision waren sowohl der britischen Regierung als auch der EU-Kommission Millionenzuschüsse wert. Außerdem sammelten die Macher auch private Geldgeber, darunter Iron-Maiden-Sänger Bruce Dickinson, ein, zum Teil über Crowdfunding.

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Airlander: Die neue Hoffnung auf Mega-Luftschiffe

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Seine Flugtauglichkeit hat der Airlander bereits bewiesen. Die ursprüngliche Version wurde von der US-Armee gefördert, die das Gerät zu Spionagezwecken einsetzen wollte. Als das Projekt aus Kostengründen gekippt wurde, kaufte Hybrid Air Vehicles die Idee zurück. Die Firma rühmt sich, anderen Luftschiffprojekten technisch weit voraus zu sein.

Langfristig will das Unternehmen ein Luftschiff bauen, das nicht nur zehn sondern gleich 1000 Tonnen Traglast bewältigt. Wie das dann aussehen mag, ist noch nicht bekannt.


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