Donnerstag, 27. Juni 2019

Sitzbreite in Flugzeugen Airbus und Boeing kämpfen um jeden Zentimeter

Großkunde: Emirates kauft bei Airbus und Boeing. Die Flugzeugbauer liefern sich einen Kampf um die Sitzbreite

Der ewige Kampf am Himmel geht auch 2014 weiter: Angesichts boomender Flugzeugverkäufe lassen Airbus und Boeing nichts unversucht, um dem anderen eins auszuwischen. Jetzt wird die Sitzbreite zum Politikum.

Toulouse/Seattle - Airbus und Boeing lassen kaum eine Gelegenheit aus, die Konkurrenz zu übertrumpfen. Hinweise auf Verkaufsrekorde und Orderzahlen der beiden Flugzeugbauer aus Europa und den USA erinnerten auch 2013 gelegentlich an die Präsentation von Trophäen nach der Großwildjagd.

Meist versuchen die Rivalen, mit Spritverbrauch, Reichweite oder Wartungsfreundlichkeit ihrer Jets bei den Kunden zu punkten. Deshalb arbeiten beide an leichteren Maschinen mit sparsameren Triebwerken. Ergebnisse sind bei Airbus die A350 oder Boeings 787 "Dreamliner". Inzwischen ist im Konkurrenzkampf eine neue Kategorie hinzugekommen: Die Sitzbreite.

Es geht in der Economy-Klasse um 17 oder 18 Zoll, also 43,2 oder 45,7 Zentimeter Breite für jeden Sitz. Je breiter der Abstand, desto weniger Sitze passen in eine Reihe im Flugzeug.

Airbus startet Kampagne

Damit sinkt auch die Profitabilität für die Airline. Da sich die Innenraumbreiten der direkt konkurrierenden Airbus- und Boeing-Jets leicht unterscheiden, kann schon ein etwas breiterer Sitz einen Vorteil für den einen oder anderen Hersteller bedeuten.

So bekommt Boeing Börsen-Chart zeigen in die 777X zehn Sitze mit 17 Zoll Breite nebeneinander. In den Dreamliner 787 passen neun Sitze mit 17 Zoll. Airbus müsste in der A350 für zehn Sitze zwar die 17-Zoll-Marke unterschreiten, bekommt in dem neuen Flieger aber neun 9 Sitze mit 18 Zoll in eine Reihe. Bei dieser Sitzbreite müsste Boeing bei der 787 auf einen Sitz verzichten.

Grund genug für Airbus, seit Herbst eine Kampagne für breitere Sitze zu fahren. Die Konkurrenz wolle zurück zu "Sitzbreiten aus den 1960er Jahren", heißt es in Toulouse. Vergleichsweise eng geht es zu in modernen Fliegern. Der Fußball etwa im neuen Wembley-Stadion ist nach einer Studie inzwischen bei 19,7 Zoll für die Sitze angelangt, in US-Theatern wurden 22 Zoll gemessen.

Unterstützung für breitere Sitze gab es zuletzt von Tony Fernandes, Chef des Billigfliegers AirAsia. "Das ist Musik in meinen Ohren", sagte der umtriebige Fernandes in Paris während der Bestellung neuer Airbus-Flieger. "Jede Initiative für Komfort und Sicherheit macht sich wirtschaftlich für die Airline bemerkbar, weil es den Konsumenten hilft."

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