Samstag, 18. Januar 2020

Erstmals weltgrößter Flugzeughersteller seit 2011 Airbus stößt Boeing vom Thron

Airbus zieht mit fliegenden Fahnen an Boeing vorbei und ...

Während bei Airbus zum Jahresende traditionell die Produktion über Weihnachten und Neujahr ruhte, arbeiteten die Beschäftigten in den Auslieferungszentren des Flugzeugbauers am 31. Dezember noch bis in den späten Nachmittag auf Hochtouren. Nicht nur ihr Einsatz hat sich offenbar gelohnt:

Airbus hat im abgelaufenen Jahr 863 Maschinen ausgeliefert und damit nicht nur 7,9 Prozent mehr als im Vorjahr, sondern zugleich den krisengeschüttelten US-amerikanischen Wettbewerber Boeing zum ersten Mal seit 2011 als weltgrößten Flugzeughersteller abgehängt, berichtet der englischsprachige Dienst der Nachrichtenagentur Reuters. Airbus lehnte einen Kommentar zu dem Bericht ab.

Boeing leidet massiv unter dem Flugverbot des einstigen Hoffnungsträgers 737 Max. Nach zwei Abstürzen des Modells mit mehreren Hundert Toten in Indonesien und Äthiopien brach der Absatz des Fliegers massiv ein. Boeing kündigte Mitte Dezember den Produktionsstopp des Flugzeugs an. Wenige Tage später musste Konzern-Chef Dennis Muilenburg wegen des Desasters zurücktreten.

Angesichts der massiven Probleme des US-Konzerns kommt die Ablösung an der Spitze nicht ganz überraschend. Allerdings hatte Airbus Ende Oktober wegen eigener Probleme beim Hochfahren der Produktion des A321neo seine Auslieferungsziele für das Jahr 2019 noch auf 860 Maschinen herabgesetzt, hielt aber am Gewinnziel für das Gesamtjahr 2019 fest.


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Boeing lieferte zwischen Januar bis November 2019 lediglich 345 Maschinen an die Kunden aus - hauptsächlich Langstreckenjets. Im gleichen Zeitraum des Vorjahres waren es 704 Maschinen und für das gesamte Jahr 2018 nach eigenen Angaben 806 zivile Flugzeuge.

Boeing liegt damit weit abgeschlagen hinter dem europäischen Airbus-Konzern und muss nach Einschätzung von Experten enorme Kraftanstrengungen unternehmen, um die Lücke wieder zu schließen. Dies gilt um so mehr, als sich Airbus vor Bestellungen kaum noch retten kann.

Kurz vor dem Jahreswechsel noch ließ die Air France das Auftragsbuch von Airbus weiter anschwellen und bestellte 60 Flugzeuge des Typs A220 verbindlich. Die französische Fluggesellschaft erneuert damit Stück für Stück ihre zusehends in die Jahre gekommenen Maschinen des Typs A318 und A319.

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