Gewinn bricht um zwei Drittel ein Pannentransporter verhagelt Airbus die Bilanz

Airbus verkauft Passagiermaschinen wie geschnitten Brot. Doch der Dauer-Ärger mit dem Militärtransporter A400M hat dem Konzern die Jahresbilanz 2016 gründlich verhagelt. Die Aktionäre sollen aber nicht darunter leiden.
Alles andere als ein Überflieger: Der Militärtransporter A400M hat Airbus im vergangenen Jahr viel Geld gekostet

Alles andere als ein Überflieger: Der Militärtransporter A400M hat Airbus im vergangenen Jahr viel Geld gekostet

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Militärtransporter A400M: Das lange Warten auf den Pannen-Airbus

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Die stetigen Probleme mit dem Militärtransporter A400M haben den Gewinn von Airbus im vergangenen Jahr deutlich absacken lassen. Trotz brummender Geschäfte mit Passagierfliegern brach der Überschuss auf knapp eine Milliarde von 2,7 Milliarden im Vorjahr ein, teilte der Konzern am Mittwoch mit. Der Umsatz legte dank eines Rekordabsatzes von Linienmaschinen um drei Milliarden auf 67 Milliarden Euro zu.

Allein 2,2 Milliarden an Belastungen aus dem Programm A400M verbuchte Airbus im abgelaufenen Jahr. Hinzu kommen Entwicklungskosten für neue Linienflieger. "Der A400M bleibt eine Sorge", erklärte Airbus und kündigte an, angesichts der anhaltenden Probleme mit den Kunden nachzuverhandeln. "Vor dem Hintergrund des Gesamtverlustes des A400M-Programms hat der Verwaltungsrat das Management mandatiert, neuerdings mit den Kunden zu verhandeln, um das verbleibende Risiko zu begrenzen."

Rüstungssparte enttäuscht auch beim Umsatz

Die Aktionäre sollen von den Problemen nichts zu spüren bekommen. Airbus-Chef Tom Enders will die Dividende um fünf Cent auf 1,35 Euro je Aktie anheben.

Während die Sparte für Passagierflugzeuge mit Zuwächsen glänzte, musste Airbus in seinen übrigen Geschäftsbereichen Rückgänge hinnehmen. Das Rüstungssegment verbuchte ein Umsatzminus von 9 Prozent und fuhr im Gegensatz zum Vorjahr einen Betriebsverlust ein. Die Helikoptersparte verkaufte zwar mehr Hubschrauber als vor Jahresfrist, dennoch sackte der Umsatz aufgrund weniger einträglicher Modelle leicht ab, der operative Gewinn schmolz gar um gut ein Viertel.

Für das kommende Jahr sagte Enders voraus, mehr als 700 Passagierjets auszuliefern. Der bereinigte Betriebsgewinn (Ebit) werde von zuletzt knapp vier Milliarden um etwa fünf Prozent zulegen, obwohl der Auftragseingang zuletzt um 15 Prozent zurückgegangen war.

rei/Reuters/dpa
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