Sonntag, 5. April 2020

Brief an Mitarbeiter Airbus streicht in Rüstungssparte fast 2400 Jobs

Der Militärtransporter A400M bleibt ein Sorgenkind. Die Exportaussichten des Transporters gestalteten sich immer schwieriger, hatte unlängst der Airbus-Konzern erklärt.
Christophe Gateau/ DPA
Der Militärtransporter A400M bleibt ein Sorgenkind. Die Exportaussichten des Transporters gestalteten sich immer schwieriger, hatte unlängst der Airbus-Konzern erklärt.

Der europäische Luft- und Raumfahrtkonzern Airbus Börsen-Chart zeigen will in seiner Rüstungssparte bis Ende kommenden Jahres knapp 2400 Stellen abbauen. Betroffen seien auch 829 Arbeitsplätze in Deutschland, kündigte der Chef von Airbus Defence and Space, Dirk Hoke, in einem Schreiben an die Mitarbeiter an, das der Nachrichtenagentur Reuters vorliegt.

Die Verhandlungen mit dem europäischen Betriebsrat haben am Mittwoch bereits begonnen. Von den konzernweit 134.000 Mitarbeitern arbeiten 34.000 in der Rüstungssparte, knapp 13.000 von ihnen in Deutschland.

Hoke begründete die Einschnitte damit, dass die Sparte unter der Auftragsflaute im Raumfahrtgeschäft und immer wieder verschobenen Rüstungsvorhaben leide. Daher habe das Unternehmen in den vergangenen Jahren weniger neue Aufträge erhalten als Produkte ausgeliefert und stecke finanziell in einer schwierigen Lage.

Airbus will allein in Deutschland 829 Jobs streichen

Die Rüstungssparte Airbus Defence and Space hatte im vergangenen Jahr zwar ihren Umsatz stabil halten können. Das bereinigte Betriebsergebnis sank jedoch auf 565 Millionen Euro nach 935 Millionen Euro im Vorjahr, wie Airbus vor wenigen Tagen im Zuge der ebenfalls berichteten Konzernzahlen bekanntgab. Eine milliardenhohe Strafzahlung und Sonderbelastungen durch den Militärtransporter A400M hatten Airbus unter dem Strich für 2019 einen Milliardenverlust eingebrockt.

"Die Zahlen senden eine klare Botschaft: Wir müssen jetzt handeln", zitiert Reuters den Chef der Rüstungssparte weiter. Airbus Defence and Space arbeite daran, die Wettbewerbsfähigkeit zu verbessern und die Kosten zu senken.

Dies werde aber nicht ausreichen, es brauche zusätzliche Maßnahmen. "Als Teil dieser Maßnahmen haben wir entschieden, unsere Belegschaft bis Ende 2021 um 2362 Stellen zu verkleinern." In Deutschland sollen laut Hoke 829 Jobs gestrichen werden, in Großbritannien 357, in Spanien 630, in Frankreich 404 und in anderen Ländern 141 Jobs. Der Konzern werde sich um akzeptable Lösungen bemühen.


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"Ich weiß, dass dies eine emotionale Sache ist", schreibt Hoke. "Wir haben schon früher herausfordernde Zeiten gemeistert. Und wir haben es immer auf eine verantwortungs- und respektvolle Art und Weise geschafft." Langfristig habe die Rüstungssparte mit ihrem Technologie- und Produkt-Portfolio sowie großen Rüstungsprogrammen wie dem deutsch-französischen Kampfjet und der Euro-Drohne positive Aussichten. Airbus Defence and Space hatte erstmals im Dezember Sparmaßnahmen angekündigt.

Nach dem Gespräch mit dem europäischen Betriebsrat sollen die Verhandlungen mit den Arbeitnehmervertretungen in den einzelnen Ländern starten, hatte Hoke bereits am Wochenende erklärt.

rei/Reuters

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